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Was ist Streumunition?


Eine größere Anzahl von Containern ist gestapelt. Es handelt sich um Streubomben, die sich im Einsatz öffnen noch bevor sie auf den Boden aufschlagen und sogenannte Submunition freisetzen. Diese Sprengsätze sollen im Cluster, also flächendeckend, explodieren.
Streubomben öffnen sich vor dem Aufschlag und verstreuen eine Vielzahl an Explosivkörpern. (c) Handicap International

Streumunition ist ein Waffensystem, das seiner beabsichtigten Funktion nach über einem Zielgebiet eine Vielzahl von kleineren Sprengsätzen freisetzt, die sog. Submunition oder "Bomblets".

Streumunition wird als Bombe aus einem Flugzeug abgeworfen oder auch als Rakete mit Haubitzen, Artilleriegeschützen und Raketenwerfern verschossen. In einer gewissen Höhe öffnet sich die Bombe oder die Rakete und setzt je nach Typ mehr als 200 kleinere Sprengsätze frei. Wegen der hohen Explosivkraft von Streumunition und ihrer flexiblen Einsetzbarkeit können unterschiedliche Ziele bekämpft werden: feindliche Truppen, Geschützstellungen und ungepanzerte Fahrzeuge. Bei einem Einsatz von Streumunition mittels Artillerieraketen werden kurz nach dem Abschuss Tausende Geschosse über ein großes Gebiet verteilt. Eine Salve des MARS-MLRS Raketen-Werfers z.B. verstreut auf diese Weise bis zu 8.000 Submunitionen über ein Zielgebiet von bis zu 240.000 qm. Das entspricht einer Fläche von 50 Fußballfeldern.

Neben der meist großen Zahl ziviler Opfer aufgrund der Streuwirkung beim Erstschlag fordern diese Waffen ähnlich wie Landminen oft noch lange nach Ende von Kampfhandlungen ihre Opfer. Je nach Einsatzbedingungen, Typ und Alter der Munition explodiert eine große Zahl (bis zu 30% oder sogar mehr) der Submunitionen nicht sofort und bleibt als Blindgänger liegen. Die oft sehr zahlreichen explosiven Überreste sind klein und empfindlich und können somit auch von Kindern leicht unbeabsichtigt ausgelöst werden.