Wer sind die Opfer?


Abdallah Yaqoob steht vor einer weiss getünchten Wand. Ihm fehlt ein Arm und schwere abgeheilte Wunden sind in seinem Gesicht und auf seinem Bauch zu sehen.
Abdallah Yaqoob, ein Junge aus dem Irak, ist von der Explosion einer Streumunition gezeichnet (c) Handicap International

Der Einsatz von Streumunition wirft ganz ähnliche Probleme auf wie der Einsatz von Landminen. Beide Waffenarten kontaminieren größere Gebiete. Sie wirken unterschiedslos und gefährden vor allem Zivilisten. Beide hinterlassen eine bleibende und dauerhafte Gefahr.

Betroffen sind nicht nur die Individuen, sondern auch die Familien und Gemeinschaften. Minen und minenähnlich wirkende Waffen (wie zum Beispiel Streumunition) verstümmeln und töten Menschen, schädigen die Infrastruktur, verursachen landwirtschaftliche Schäden und verschärfen das Flüchtlingsproblem. 

Niemand kennt die genaue Anzahl aller Minenopfer weltweit. Dem Landmine Monitor zufolge wurden 2010 weltweit 4.191 individuelle Minenopfer registriert. Die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher. 2009 lag die Zahl der registrierten Opfer bei 3.956. Dennoch handelt es sich um eine signifikante Abnahme der registrierten Minenopfer, die 2002 noch bei 11.695 lagen.

2007 hat eine Untersuchung von Handicap International ermittelt, dass 98 Prozent der Opfer von Streumunitionen Zivilisten sind. 400 Millionen Menschen weltweit sind nach Angaben des neuen Berichts davon betroffen, dass ihr Zuhause und ihr Lebensumfeld nach einem Angriff mit Streumunition de facto zu Minenfeldern geworden sind. 13.306 Opfer von Streumunition sind bestätigt, aber die Experten schätzen die wirkliche Zahl auf über 100.000 - denn 96 Prozent der Unfälle passieren in Ländern mit mangelnder Datenerhebung.