Geschichte der internationalen Kampagnen


Dreizehn Personen wurde 1997 als Friedensnoblepreisträger geehrt. Sie stehen als Gruppe im Halbkreis und halten eine Friedensnobelpreismünze in der Hand. Sie repräsentieren die internationale Kampagne für das Verbot von Landminen. Erstmalig in der Ges
Friedensnobelpreisträger 1997 in Oslo (c) Nobelpreiskomittee, Oslo

Anfangs als „Initiative von Träumern“ belächelt und nicht ernst genommen wurde die Kampagne in relativ kurzer Zeit von vielen als „bislang erfolgreichste Bürgerinitiative“ gelobt.

1991 ergriffen die Frankfurter Organisation medico international und die US-amerikanische Organisation Vietnam Veterans of America Foundation die Initiative, um für ein internationales Verbot von Landminen zu werben.

1992 wurde die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen >>> (ICBL) von medico international >>>, den Vietnam Veterans of America Foundation >>>, Handicap International >>>, Human Rights Watch >>>, Mines Advisory Group >>> und Physicians for Human Rights >>> gegründet.

1997 wurde das Verbotsabkommen über Antipersonenminen erreicht und die Kampagne mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Nie zuvor sei es gelungen, eine Waffe zu verbieten, die überall in der Welt im Gebrauch sei. Das Nobelpreiskomitee hob außerdem hervor, dass die Kampagne nicht nur eine wichtige Rolle beim Erreichen eines Vertrages gespielt, sondern auch eine neue Form der internationalen Diplomatie vorangebracht habe. Trotz Widerstandes der Militärgroßmächte und außerhalb der gängigen UNO-Strukturen haben mittlere und kleine Staaten im Bündnis mit der "organisierten Zivilgesellschaft" Erfolge erzielt, die sie allein nie erreicht hätten.

2003 gründeten Mitglieder der Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen die Koalition für das Verbot von Streumunition (im Englischen Cluster Munition Coalition >>>). Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Handicap International und 83 andere zivilgesellschaftliche Organisationen weltweit. Rasch wuchs diese Koalition zu mehr als 350 Mitgliedsorganisationen an. Die Einsätze von Streumunition im Irak 2003, im Libanon 2006 und in Georgien 2008 erhöhten die öffentliche Wahrnehmung der Folgen dieser Waffen. Nach dem Inkrafttreten des Verbotsvertrags im August 2010 erfuhren die weiteren Einsätze von Streumunition in Kambodscha durch Thailand und in Libyen besonderes öffentliches Interesse.

2008 beschloss eine deutliche Mehrheit der Staaten ein vollständiges Verbot von Streumunition. Erneut im Bündnis mit der Zivilgesellschaft und trotz des Widerstands militärischer Großmächte wurde ein Abkommen erreicht, das weitreichende Verpflichtungen im Bereich des Schutzes der Zivilbevölkerung und der Opferhilfe enthält. 2010 trat das Abkommen in Kraft. Nach dem Erreichen zweier Verbotsabkommen, deren Umsetzung beobachtet und deren Universalisierung durchgesetzt werden müssen, schlossen sich 2011 die Koalition für das Verbot von Streumunition und die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen zusammen.