Damaskus bestreitet Streubomben-Einsatz


Human Rigths Watch hatte von Bomben russischen Typs berichtet.


Moderne Streumunition. (c) Stuart Freedman/Handicap International

(15.10.2012)

Damaskus - Die syrische Führung hat den Einsatz der geächteten Streubomben gegen Rebellen bestritten. Entsprechende Vorwürfe der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch seien unwahr, erklärte die Armeeführung am Montag im staatlichen Fernsehen. Die syrische Armee habe die Waffen weder eingesetzt noch besitze sie Streumunition.

Streubomben explodieren noch in der Luft und setzen dabei zahlreiche kleine Sprengsätze frei. Wegen der verheerenden Wirkung und weil sie große Gebiete über Jahre hinaus durch Blindgänger verseuchen, sind Streubomben international geächtet. Human Rights Watch hatte am Sonntag berichtet, die syrische Armee setze Bomben russischen Typs ein. Russland ist wie auch die USA, Syrien und China der Konvention gegen Streubomben nicht beigetreten.

Zur Untermauerung ihrer Vorwürfe hatte Human Rights Watch Videos gezeigt, auf denen kleine Streubomben auf dem Boden eines Hauses gezeigt worden waren. Der Gruppe zufolge stammen die Aufnahmen aus Al-Bab, nordöstlich der besonders heftig umkämpften Stadt Aleppo.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow nannte den Bericht der Menschenrechtsgruppe zwar unbestätigt, räumte aber ein, die Munition könne aus Beständen des ehemaligen Warschauer Paktes stammen. Die Region sei voll mit Waffen, die Syrien und anderen Ländern dort in großer Menge geliefert worden seien. (APA/Reuters)

Quelle: Der Standard

<<< zurück zu: Aktuelles