PRESSEERKLÄRUNG Deutsche Minengegner fordern die Nachbesserung des Minenverbotsvertrages und mehr Mittel für humanitäre Minenräumung und Minenopferhilfe, Frankfurt den 16. August 1999


(31.08.1999)

Die im Frühjahr dieses Jahres von der NATO

eingesetzten Streubomben bedrohen rückkehrende

Flüchtlinge im Kosovo wie auch Minenräumer.

Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation

(WHO) wurden in den ersten vier Wochen nach

dem Kosovo-Krieg ca. 150 Menschen von Landminen

und nichtexplodierter Munition getötet oder

verletzt. Deshalb fordert der Deutsche Initiativkreis

- darunter Misereor, Brot für die Welt, UNICEF

und medico international - die Ausweitung

des Minenverbots auf alle Waffen, die wie

Antipersonenminen wirken. Dazu gehören Antifahrzeugminen

und auch Streubomben. Der Initiativkreis

stellt sich damit hinter der Forderung von

Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul, die

für eine "Ottawa II"-Konferenz eingetreten

ist. Die NATO hatte mehr als tausend Streubomben

im Kosovo eingesetzt, die in hunderttausende

kleine Sprengkörper zersplitterten. Diese

Sprengkörper sollen beim Aufschlag sofort

explodieren, doch die Fehlerquote liegt zwischen

fünf und dreissig Prozent. Die nichtexplodierte

NATO-Munition wirkt wie Antipersonenminen

und kann durch Berührung ausgelöst werden.

"Waffen mit derselben Auswirkung wie Antipersonenminen,

gehören ebenso verboten wie Antifahrzeugminen,

die bereits bei der Annäherung von Personen

ausgelöst werden", erläutert Thomas Gebauer

von medico international.

In einem offenen Brief an Finanzminister

Eichel fordern die deutschen Minengegner

zudem, daß die Mittel für humanitäre Minenräumung

und Minenopferhilfe deutlich erhöht werden.

Sie schlagen die Umwidmung der Gelder vor,

die im Verteidigungshaushalt langfristig

für die Entwicklung und Beschaffung neuer

Minensysteme eingeplant sind. "Statt Haushaltsmittel

für die Entwicklung und Anschaffung von Waffensytemen

auszugeben, die schon bald international

geächtet werden könnten, ist deren Umwidmung

für humanitäre Minenaktionsprogramme das

Gebot der Stunde", so die Unterzeichner des

Briefes, darunter Prof. Dr. Josef Sayer,

Hauptgeschäftsführer von Misereor, Dr. Hans

Otto Hahn, Direktor von Brot für die Welt,

Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer vom

Deutschen Komitee für UNICEF, und Dr. Volker

Hausmann, Generalsekretär von der Deutschen

Welthungerhilfe.
für die Richtigkeit
Christoph Goldmann
medico international
Nähere Informationen bei: Medico International,

Thomas Gebauer, Tel. 069 9 44 38 30 oder

0172-6906219 bzw. Misereor, Hein Winnubst,

Tel. 0241/442 321

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