600 Kindern neues Augenlicht geschenkt (Deutschland, Rumänien, Tschetschenien)


Eine stolze Bilanz hat der Vorsitzende der international tätigen Hilfsorganisation "Aktion Augenlicht", Honorar-Generalkonsul Alex Jacob, in der Generalversammlung vorgelegt. Fast 600 Kindern wurde durch Operationen neues Augenlicht und Lebensmut geschenkt.


(06.08.2008)

Eine stolze Bilanz hat der Vorsitzende der international tätigen Hilfsorganisation "Aktion Augenlicht", Honorar-Generalkonsul Alex Jacob, in der Generalversammlung vorgelegt. Fast 600 Kindern wurde durch Operationen neues Augenlicht und Lebensmut geschenkt.

Über 550000 Euro wurden dafür investiert. Jacob, der diese Hilfstätigkeit als sein Lebenswerk bezeichnete, wurde einstimmig als Vorsitzender wieder gewählt und leitet für weitere drei Jahre die Aktionen von Augenlicht. Eigentlich hätte Jacob die Generalversammlung noch kurzfristig verschieben müssen, denn am gleichen Tag wurde in Blaij (Rumänien) für die erste Augenlicht-Werkstatt der Grundstein gelegt. Über 50000 Euro wird die Hilfsorganisation in das Modellprojekt einer Wäscherei, in der 40 Kinder eine Ausbildung bekommen werden, investieren. Der rumänische Staat beteiligt sich aufgrund des Engagements von Augenlicht ebenfalls mit einer sechsstelligen Summe. Jacob in seinem Rechenschaftsbericht: "Leider war ein ähnliches Projekt in Tschetschenien nicht zu realisieren." Doch es wurden 402 tschetschenische Minenopfer operiert und dafür 320000 Euro aufgewendet.

180 Augenoperationen halfen rumänischen Straßenkindern ihr Augenlicht wieder zu erlangen. Dafür wurde eigens mit 21 rumänischen Ärzten eine Non-Profit-Organisation gegründet. "Diese blinden Kinder werden von Erwachsenen besonders stark ausgebeutet und erniedrigt", erläuterte Jacob. Und zu Tschetschenien sagte er, das Land sei noch immer mit Minen verseucht.

Neben der Soforthilfe durch Augenoperationen und Prothesenanpassungen widmet sich Augenlicht verstärkt auch der Nachsorge und Rehabilitation. Menschen mit besonders tragischen Schicksalen wie Ansgar, Movladi, Zurab und ein kaukasischer Dichter konnten mit umfassender Fürsorge durch Augenlicht rechnen. Das beinhaltet neben den Operationen und Prothesen auch wochenlange Erholungsaufenthalte in der Naheregion.

"Bei aller internationaler Hilfe haben wir nie einen Grundsatz außer acht gelassen: Augenlicht macht keine Politik, sondern wir bringen Hilfe", unterstreicht Jacob. Das hätte, auch Putin und sein Außenminister Lawrov immer wieder festgestellt und in Gesprächen im Kreml zum Ausdruck gebracht. "Daher haben sich die Russen millimetergenau an ihre Zusagen gehalten." So brachte es Jacob fertig, dass die blinden Kinder von Grosny in die Augenklinik nach Moskau nicht mehr in der Holzklasse reisen mussten, sondern erste Klasse reisen konnten.

Jacob dankte vor allem dem Ärzteteam um Dr. André Borsche von Interplast Germany für seine Tätigkeit in Grosny und Bernd und Edith Stoffels Rumänienhilfe. Die Stoffels hatten zusammen mit Raimund und Gudrun Gutenberger und Wolfgang und Jutta Zimmer über 180 Tonnen Hilfsgüter auf zehn Großraum-Lkw verladen und nach Rumänien gebracht.

Kurt Haubrich konnte in seinem Rechenschaftsbericht einen positiven Kassenbestand nachweisen. Der genehmigte Haushaltsplan 2008/09 sieht neben den üblichen Positionen für Operationen und Nachsorge auch Mittel für Öffentlichkeitsarbeit vor. Jacob unterstrich, dass alle Vorstandsmitglieder ehrenamtlich arbeiteten und teilweise aus ihrer Privatschatulle noch Geld einschießen würden.

Von: 06.08.2008, www.az-badkreuznach.de von Gernot Märzhäuser

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