Acht Zivilisten durch Artilleriebeschuss getötet (Sri Lanka)


Beim Beschuss mehrerer Siedlungen im Osten Sri Lankas sind offenbar mindestens acht Zivilisten ums Leben gekommen. Auch im Norden der Insel gab es Tote bei einem Anschlag.


(29.03.2007)

Colombo - Die Armee und die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) machten sich gegenseitig für den Beschuss der zwei tamilischen Dörfer am Vortag im Distrikt Batticaloa verantwortlich. Der LTTE-nahe Internetdienst Tamilnet berichtete, die Armee habe die Dörfer mit Artilleriegranaten beschossen. Nach Tamilnet-Angaben sind vier Kinder unter den Toten. Ein Militärsprecher sagte dagegen, die Rebellen hätten die Siedlungen mit Mörsern unter Feuer genommen.

Die Armee flog am Freitag nach eigenen Angaben "massive Luftangriffe" gegen LTTE-Stellungen im Osten der Insel. Ein Stützpunkt der Sea Tigers, der marineähnlichen Einheit der LTTE, in Mullaitivu und eine Mörserstellung im Distrikt Batticaloa seien dabei zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium in Colombo mit. Angaben über Tote oder Verletzte gab es zunächst nicht. Am Montag hatte die LTTE mit Leichtflugzeugen erstmals die Armee aus der Luft angegriffen. Bei dem Bombardement einer Luftwaffenbasis neben dem Flughafen Colombo waren drei Soldaten getötet worden.

Bei einem Anschlag mit einer ferngezündeten Mine bei Vavuniya im Norden der Insel wurden zudem fünf Soldaten getötet. Das Verteidigungsministerium machte die LTTE verantwortlich. Zwischen der LTTE und der Regierung herrscht offiziell seit fünf Jahren Waffenstillstand. Beide Seiten brechen das Abkommen regelmäßig. Die Armee versucht seit Monaten, die LTTE aus den Rebellen-Stellungen im Osten der Insel zu vertreiben. (tso/dpa)

Von: 30.03.2007 www.tagesspiegel.de

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