Aktionsplan gegen Streubomben beschlossen


Mit der Verabschiedung eines 66 Punkte umfassenden Aktionsplans ist am Freitag in Laos die erste Anti-Streubomben-Konferenz zu Ende gegangen. Ein zentraler Punkt seien konkrete Schritte zur Entschärfung und Entsorgung nicht explodierter Sprengkörper, sagte der laotische Außenminister Thongloun Sisoulith.


(14.11.2010)

Weiter hätten sich die Konferenzteilnehmer darauf verständigt, Hilfen für die Opfer von Streubomben zu verbessern. Laos ist das von Streubomben am stärksten betroffene Land der Welt. In dem jetzt beschlossenen Aktionsplan verpflichten sich die 108 Vertragsstaaten, die die Völkerrechtskonvention zur Ächtung von Bomben bislang unterschrieben haben, innerhalb der nächsten zwölf Monate mit den Vorbereitungen zur Vernichtung ihrer Bestände zu beginnen. Außerdem wollen sie einen Plan zur Entsorgung nicht explodierter Streumunition erarbeiten. Innerhalb des kommenden halben Jahres soll zudem ein Hilfspaket für die Opfer von Streubomben geschnürt werden.

Laut Angaben der deutschen Delegation in Vientiane hat Deutschland bereits 2001 mit der Vernichtung der Munitionsbestände begonnen. In Laos selbst unterstütze die Bundesrepublik zudem seit 1996 Räumaktionen und habe dafür schon mehr als elf Millionen Euro bereitgestellt.

UN: Nicht explodierte Bomben verhindern Endwicklung von Ex-Kriegsgebieten

Die UN betonten zum Abschluss der Konferenz, dass zwischen der Kampfmittelräumung und der Entwicklung in ehemaligen Kriegsgebieten ein enger Zusammenhang bestehe. Die Verseuchung weiter Landstriche mit nicht explodierter Streumunition stelle ein wesentliches Hindernis für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung dar.

Nach Angaben von Experten sind 35 Länder weltweit von dem Problem betroffen. Die Vereinten Nationen wollen auch die großen Produzenten von Streumunition dazu bringen, dem Abrüstungsvertrag beizutreten. Die USA, China und Russland lehnten bisher eine Unterzeichnung der Streubombenkonvention ab.

An der viertägigen Anti-Streubomben-Konferenz in der laotischen Hauptstadt Vientiane hatten über 100 Regierungen, 400 Vertreter von Nichtregierungsorganisationen sowie Repräsentanten der Vereinten Nationen teilgenommen. Überschattet wurde das Treffen vom Tod eines neunjährigen Mädchens durch einen Streubombenblindgänger. Ihre 16 Jahre alte Schwester wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich in der im Landeszentrum gelegenen Provinz Bolikhamxay. Die nächste Anti-Streubomben-Konferenz soll im kommenden Herbst in der libanesischen Hauptstadt Beirut stattfinden.

<<< zurück zu: News