"Amerikanisierter Krieg" (Afghanistan)


Mehr Soldaten nach Afghanistan Die USA wollen im kommenden Jahre 7000 zusätzlichen Soldaten nach Afghanistan entsenden.


(02.05.2008)

Dies sei nötig, weil die verbündeten Nato-Staaten wohl nicht genügend Streitkräfte zur Verfügung stellten, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsvertreter. Nach der Aufstockung läge die Zahl der amerikanischen Truppen in Afghanistan dann bei rund 40.000 und damit auf dem höchsten Stand seit dem US-Einmarsch 2001. Ein Regierungsvertreter wurde mit den Worten zitiert, am Ende werde der Krieg in dem Land wohl wieder "amerikanisiert".

Dem Bericht zufolge sind die Planungen für die Truppenaufstockung bereits angelaufen. Die endgültige Entscheidung werde aber möglicherweise dem kommenden US-Präsidenten überlassen. Die Amtszeit von George W. Bush läuft im Januar aus.
Nato-Kommandeure hatten unlängst erklärt, in Afghanistan würden etwa 10.000 weitere Soldaten benötigt. Bislang vorliegende Zusagen der Bündnismitglieder für eine Aufstockung erreichen diese Schwelle aber nicht annähernd.

Weitere 70 Milliarden Dollar
Zudem beantragte Bush beim Kongress die Bewilligung von Ausgaben in Milliardenhöhe für die Kriege im Irak und in Afghanistan. Der Antrag über 70 Milliarden Dollar sieht 45,1 Milliarden Dollar allein für die Militäreinsätze in den beiden Ländern vor. Für die Ausbildung und Unterstützung der afghanischen und irakischen Sicherheitskräfte sollen 3,7 Milliarden beziehungsweise zwei Milliarden Dollar ausgegeben werden.

Insgesamt 5,6 Milliarden Euro sind dem Antrag zufolge für die Anschaffung und Entwicklung von Techniken zum Schutz der US-Soldaten gegen selbstgefertigte Sprengsätze vorgesehen, wie sie die Kämpfer radikaler Gruppen in Afghanistan und dem Irak benutzen. Zudem soll der Kongress 770 Millionen Dollar bewilligen, mit denen Lebensmittelhilfen und Entwicklungsprogramme unterstützt werden sollen. Auch diese Ausgaben sind für das kommende Jahr vorgesehen, wenn Bush selbst nicht mehr im Amt ist.

Anschlag in Helmand
Bei einer Minen-Explosion ist ein britischer NATO-Soldat in Afghanistan ums Leben gekommen. Bei dem Anschlag in der umkämpften südlichen Provinz Helmand seien zwei weitere britische Soldaten verletzt worden, teilte die ISAF am Samstag mit. Die meisten der in Helmand stationierten Soldaten gehören der britischen Armee an. Seit Beginn des Jahres kamen 48 ausländische Soldaten in Afghanistan ums Leben, die meisten in Kämpfen mit den Taliban.

Von: 3.5.2008, www.n-tv.de

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