Amnesty international will im Libanon mögliche Kriegsverbrechen untersuchen (Libanon)


Die Menschenrechts-Organisation "amnesty international" (ai) will eine Kommission in den Libanon schicken, um mögliche Kriegsverbrechen zu untersuchen.


(26.07.2006)

Dies hat die Generalsekretärin der deutschen ai-Sektion, Barbara Lochbihler,
angekündigt. In der "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe) prangerte
Lochbihler "schwere Verletzungen des humanitären Völkerrechts" im
Nahost-Krieg an - und zwar "durch beide Seiten, Hisbollah und
Israel". Amnesty werde daher "eine Kommission in den Libanon
schicken, die die Angriffe untersucht und auch prüft, ob es sich um
Kriegsverbrechen handelt".

Den Einwand der israelischen Armee, die Hisbollah verschanze sich
gezielt hinter Frauen und Kindern sowie in zivilen Objekten, ließ
Lochbihler nur bedingt gelten. "Man muss nach der Genfer Konvention
die Verhältnismäßigkeit wahren. Das gilt auch bei Angriffen auf
zivile Objekte, von denen man annimmt, dass sie für militärische
Zwecke genutzt werden."

Lochbihler forderte die Bundesregierung auf, "mit diplomatischen
Mitteln alles dafür zu tun, dass die Angriffe auf Zivilisten
aufhören". Insbesondere müsse der Einsatz von Streubomben gestoppt
werden. "Sie töten unabhängig davon, wer sie berührt. Deshalb sind
sie willkürlich und unterschiedslos auch gegen die Zivilisten
gerichtet." Viele dieser Minibomben blieben als Blindgänger liegen
und explodierten erst später, wenn Kinder sie berührten - mit der
Folge schwerster oder tödlicher Verletzungen.

Von: 27.07.2006 Rheinische Post

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