Ausstellung im Rathaus über Michael Gartenschläger


Leben und Sterben zwischen Deutschland und Deutschland


(10.05.2006)

Boizenburg - In der Nacht auf den 1. Mai 1976 wurde Michael Gartenschläger am Grenzknick bei Büchen von einem Einsatzkommando der DDR-Staatssicherheit erschossen, als er zum dritten Mal eine von den DDR-Offiziellen verheimlichte Splittermine SM-70 vom Grenzzaun demontieren wollte.
Der Fall zeigte Wirkung in der deutsch-deutschen Politik über den Tod Gartenschlägers hinaus. Die juristische Aufarbeitung des Geschehens seit 1999 förderte zahlreiche, bis dahin geheim gehaltene Tatsachen zutage.

Die Bewertung seiner Handlungen, seine Motivation und sein Vorgehen sind aus der Sicht der jeweiligen Betrachter durchaus unterschiedlich. Unbestreitbar ist jedoch, dass Gartenschläger und seine Freunde 1976 einen Stein ins Rollen brachten, der zum Abbau sämtlicher Minen an der DDR-Grenzsicherung beitrug.
Der Auseinandersetzung mit der Biographie Gartenschlägers und dem historischen Kontext ist die Wanderausstellung "Michael Gartenschläger ' Leben und Sterben zwischen Deutschland und Deutschland" der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn gewidmet. Sie ist noch bis zum 29. Mai im Rathaus der Stadt Boizenburg während der Dienstzeiten der Verwaltung (Mo. 8 - 15 Uhr, Di. 8 - 18 Uhr, Mi. u. Do. 8 - 16 Uhr sowie Fr. 8 bis 12 Uhr), bzw. nach vorheriger Absprache mit dem Heimatmuseum (Tel. 5 20 74) zu besichtigen.

Wie die Leiterin des Museums, Karin Wulf, sagte, findet am Sonntag, dem 21. Mai, eine öffentliche Führung durch die Wanderausstellung statt, zu der Besucher ab 11 Uhr willkommen sind.


Von: 11.5.2006 www.svz.de

<<< zurück zu: News