Bad Homburger spenden für Minenräumung in Kroatien


Unbeschwert leben, ohne Angst auf eine Mine zu treten - das ist im Norden Kroatiens leider immer noch nicht selbstverständlich. Die Einwohner von Dubrovnik dagegen können dies schon eine ganze Weile, ihre Gegend ist heute sicher. Als Dank spendete die Partnerstadt Bad Homburgs beim diesjährigen St.-Blasius-Tag nun 200.000 Kuna (etwa 26.000 Euro), um auch anderen Kroaten ein Leben ohne Minengefahr zu ermöglichen.


(13.02.2014)

„Bad Homburg möchte die Spende der Partnerstadt Dubrovnik aufstocken und wird deshalb in den kommenden Wochen Gelder für die Minenräumer sammeln", kündigt Oberbürgermeister Michael Korwisi an.
Korwisi weiter: „Mitten in Europa, in einem Mitgliedsland der EU, liegen im Jahr 2014 immer noch Minen - das darf nicht sein." Als Ziel gibt er vor: „Insgesamt sollen in Bad Homburg 53.000 Euro zusammenkommen - ein Euro für jeden Bad Homburger Bürger".
Die Idee zu der Spendenaktion entstand beim St.-Blasius-Tag, dem Namenstag des Stadtpatrons von Dubrovnik. Traditionell besuchen Bad Homburger Politiker den Feiertag in der Partnerstadt. Neben dem Oberbürgermeister gehörten Stadtverordnetenvorsteher Holger Fritzel und Stadtrat Dieter Kraft zur Delegation. Sie vereinbarten den Appel zur humanitären Hilfe und unter anderem einen Jugendaustausch zwischen beiden Städten: Eine Gruppe Bad Homburger Jugendlicher wird im Herbst an die Adria nach Dubrovnik fahren, im Frühjahr 2015 soll der Gegenbesuch stattfinden.
Gespräche über die Minenräumung im Norden Kroatiens nahmen viel Zeit während des Besuchs der Bad Homburger ein. Auch die anderen Mitglieder der Delegation waren überrascht von den anhaltenden Folgen des Krieges. „Es gibt in Kroatien bis heute Regionen, in denen Kinder von den Gefahren durch Minen betroffen sind. Wir wollen dabei mithelfen, dass das ein Ende findet", sagt Stadtverordnetenvorsteher Holger Fritzel.
Konzert in der Englischen Kirche
Um einen Beitrag leisten zu können, findet unter anderem ein Benefizkonzert am Freitag, 7. März, 20:00 Uhr, im Kulturzentrum Englische Kirche. Dafür reisen 25 Mitglieder des Dubrovnik Symphonie Orchester an. Die in Stuttgart lebende Sängerin Maria Vidovic hat einen Auftritt zugesagt. Der Eintritt beträgt 16 Euro (ermäßigt 12 Euro). Die Einnahmen fließen in den Spendentopf.
In den kommenden Tagen werden außerdem Spendenboxen aufgestellt. Sie werden an der Infotheke im Rathaus, der Touristeninfo im Kurhaus und der Mobilitätszentrale im Bahnhof Spendenboxen platziert. Die Stadt hat ein eigenes Spendenkonto bei der Taunussparkasse eingerichtet:  Die Daten: Empfänger Stadt Bad Homburg, IBAN: DE64 5125 0000 0001 000802, BIC: HELA DEF1 TSK. Stichwort: Spende Kroatisches Minencenter.
Zudem wird es eine Spendenbox geben, die durch verschiedene Geschäfte „wandert". Der jeweilige Standort wird durch eine Pressemitteilung und auf der städtischen Internetseite bekanntgegeben. Gleiches gilt für verschiedene Aktionen. So planen Oberbürgermeister Korwisi und Stadtverordnetenvorsteher Fritzel einen Spendenlauf durch die Innenstadt. Als Begleiter haben bereits Peter Löw, Vorstandsmitglied der Aktionsgemeinschaft, Stadtrat Dieter Kraft und Olga Stoss, ehemalige Vorsitzende der Kroatienhilfe, zugesagt.
Bei der Aktion wird die Stadt auch von der Kroatienhilfe Hochtaunus e.V. unterstützt sowie von der kroatischen Zeitung Vecernij List. Diese sponsert den Flug der Musiker.
Nach Angaben des CROMAC, dem Kroatischen Center für Minen, wurden von 1991 bis heute bei insgesamt etwa 1.350 Unfällen knapp 2.000 Personen verletzt, mehr als 500 davon starben, darunter auch 12 Kinder. Gerade Kinder haben auch unter der Minengefahr zu leiden: Sie können in den betroffenen Gebieten nur sehr eingeschränkt im Freien spielen und müssen oft auf dem Weg zur Schule an Minenfeldern vorbeigehen. Deshalb liegt ein Fokus bei der Minenräumung auf den Bereichen, die in der Nähe von Schulen, Kindergärtnern und Spielplätzen liegen. Außerdem werden die Kinder bei Infoveranstaltungen über die Gefahren aufgeklärt.
Obwohl Kroatien bereits 1998 das CROMAC eingerichtet hat, um Minengebiete zu kennzeichnen, Minen zu räumen und Aufklärungsarbeit zu leisten, sind heute noch etwa 600 Millionen Quadratmeter des Landes vermint. Es wird angenommen, dass diese Gebiete im Landesinneren mit 70.000 Minen verunreinigt sind. Betroffen sind unter anderen landwirtschaftliche Flächen.
Die touristischen Gebiete, auch die Gegend rund um Dubrovnik, und die damit einhergehenden wichtigen Infrastruktureinrichtungen wie Autobahnen, Straßen und Eisenbahnlinien sind hingegen seit Jahren minenfrei. Denn der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Land.
Mehr Informationen zu CROMAC gibt es im Internet unter www.hcr.hr.

Quelle: http://www.bad-vilbel-online.de/index.cfm?pid=35&event=page.content&id=28242

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