Bombenfund vor Suez - Ringo, das "Trüffelschwein" schlägt wieder zu! (Suez-Kanal)


Minenjagdboot FULDA (in See), 12.06.2006, Besatzung Minenjagdboot FULDA. Während der SNMCMG 2 wurde am 8. Juni eine weitere Mine aus dem 2. Weltkrieg gefunden und gesprengt. Entdecker ist der Hauptgefreite Ringo Liesche, der für seine zahlreichen Minenfunde sogar einen Orden erhielt. Das zweite ROUTE SURVEY war wieder ein voller Erfolg.


(11.06.2006)

Als am Morgen des 8. Juni 2006 der Hauptgefreite und Sonarbediener Ringo Liesche seine Minenjagdwache in der Operationszentrale FULDA fast schon beendet hat, entdeckt er auf dem Sonarbildschirm vor sich plötzlich einen auffälligen Kontakt.

Nun wieder hellwach, macht er sich an die Arbeit und beginnt mit der genauen Vermessung und Klassifizierung des Objektes. In der OPZ ist man sich sofort einig: dieser Sonarkontakt ist interessant! Bereits wenige Minuten später gleitet die Unterwasserdrohne der FULDA lautlos ins Wasser und nähert sich dem vielversprechenden Kontakt auf 40 m Wassertiefe.

Im glasklaren und türkisblauen Wasser gerät bald ein dunkles, längliches Objekt in den Blickwinkel der Kamera. Wie gebannt starren die beiden Kampfmittelbeseitiger der FULDA auf den Bildschirm. Beiden ist sogleich klar, dass es sich bei diesem Objekt nur um eine deutsche 250 kg Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg handeln kann.

Deutlich sind Aufhängeösen, Bohrungen und sogar der Zünder auch nach 60 Jahren auf dem Meeresgrund noch zu erkennen. Im Rahmen ihres Einsatzes im Ständigen NATO-Minenabwehrverband im Mittelmeer führt die FULDA nun schon zum zweiten Mal ein ROUTE SURVEY durch, diesmal vor der strategisch und wirtschaftlich sehr bedeutsamen Zufahrt des Suez-Kanals.
Bei diesem hochbrisanten und für die Schifffahrt gefährlichen Fund kann das NATO-Hauptquartier in Neapel nur eine Entscheidung fällen: Sprengen!

Schon am späten Nachmittag des 8. Juni entschwinden zwei Minentaucher am Grundtau in die Tiefe und befestigen an der Bombe eine 2 kg-Vernichtungsladung. Nach erfolgter Warnung der Schifffahrt und Vergrämung aller Säugetiere wird im Schlauchboot der Taucher die Zündmaschine betätigt.

Eine laute Explosion verkündet den Erfolg der Sprengung. Einen maßgeblichen Anteil am Fund der Bombe hat diesmal wieder einmal der 21 Jahre alte gelernte Orthopädie-Techniker Ringo Liesche aus Seiffen in Sachsen.
Seit Juli 2005 leistet der Wehrpflichtige seinen Dienst an Bord der FULDA. Nachdem er bei sämtlichen Minenabwehrmanövern und 'einsätzen die meisten Minen gefunden hat, wird er liebevoll von seinen Kameraden als das Trüffelschwein getauft.

Ohne ihn wären sämtliche Übungen der FULDA weitaus weniger erfolgreich verlaufen. Für seine Verdienste in der Minenjagd wird dem Hauptgefreiten der sogenannte Trüffelschweinorden Stufe I verliehen, den auf der FULDA inoffiziell Sonaristen mit mehr als zehn Minen- oder Munitionsfunden erhalten.

Von: 12.06.06 http://www.marine.de

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