Deutsch-kolumbianisches Forschungsteam entwickelt neue Technik für Minensuche in Kolumbien


Die Suche nach Minen und Blindgängern mit Metalldetektoren ist beschwerlich und dauert oft sehr lange. Ein Team aus Ingenieuren der Universitäten Bochum und Ilmenau arbeiten zusammen mit Partnern aus Südamerika an einer neuen auf Bodenradar basierten Technik, um die Minensuche in Kolumbien zu erleichtern.


Minen-Absperrung in Kolumbien von Luis Perez unter CC BY 2.0

(22.03.2016)

Obwohl es in Kolumbien keinen militärischen Konflikt gab, sind viele Gebiete mit Landminen übersät, die Guerillakämpfer und Mitglieder von Drogenkartellen dort ausgelegt haben. Da die Sprengfallen nicht industriell gefertigt sind, sondern aus unterschiedlichen Alltagsgegenständen bestehen, sind sie mit herkömmlichen Methoden kaum zu finden.

Das internationale Forscherteam baute zunächst verschiedene Landminen aus Alltagsgegenständen, allerdings ohne Sprengstoff und nur mit leeren Zündkapseln. Diese bildeten die Ingenieure dann virtuell im Computer nach und simulierten das Radarsignal, das die jeweilige Mine hervorrufen würde.
Simulation der Radarsignale

In den simulierten Radarsignalen fanden sie Eigenschaften, die für Minen typisch sind, aber die von anderen Objekten wie Steinen oder Metallsplittern nicht erzeugt werden. Diese Informationen lassen die Wissenschaftler in die Verarbeitung der gemessenen Radardaten einfließen; ihr System soll so automatisch nach den minentypischen Eigenschaften suchen.

In der Theorie funktioniert das Verfahren bereits. Nun müssen die Ingenieure es in der Realität zum Laufen bringen und für den Einsatz in einem Handheld-Gerät optimieren. In weiteren zwei bis drei Jahren, so schätzen sie, könnte ein Prototyp vorliegen.

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