Diplomatische Krise in Südamerika


Ecuador und Venezuela haben als Reaktion auf den kolumbianischen Militärschlag in Ecuador die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien beendet. Beide Staaten wiesen die Botschafter und alle anderen Diplomaten Kolumbiens am Montag (Ortszeit) aus und verfügten die Schliessung der Botschaften. Die Botschafter und Diplomaten der beiden Länder in Kolumbien waren bereits am Vortag zurückbeordert worden.


(02.03.2008)

Zugleich wurden die Truppen an der Grenze zu Kolumbien verstärkt. Die Regierungen in Quito und Caracas wiesen auch fast zeitgleich kolumbianische Vorwürfe zurück, sie hätten die marxistische Rebellengruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) unterstützt.

Dies solle nur dazu dienen, von der «unverschämten» Verletzung der Souveränität Ecuadors abzulenken, sagte ein Sprecher des venezolanischen Aussenministeriums. Lateinamerikanische Regierungen aber auch europäische riefen alle Beteiligten zur Mässigung auf.

Kolumbianische Truppen hatten bei einem Luftangriff am Samstag ein Rebellen-Lager in Ecuador angegriffen und dabei den FARC-Vize Raúl Reyes und nach ecuadorianischen Angaben 20 weitere Rebellen getötet. Anschliessend waren Bodentruppen nach Ecuador eingedrungen, um die Leiche von Reyes zu bergen und nach Kolumbien zu bringen. (sda)

Von: www.szonline.ch, 03.03.2008

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