FOKUS 2-Bundeswehr-Radpanzer fährt bei Kundus auf Sprengsatz (Afghanistan)


Berlin, 24. Feb (Reuters) - Im Norden Afghanistans ist ein Radpanzer der Bundeswehr am Dienstag vermutlich auf eine Mine gefahren.


(24.02.2009)

Bei der Explosion des Sprengsatzes nahe der Stadt Kundus seien keine deutschen Soldaten verwundet worden, teilte die Bundeswehr mit. Unklar sei bisher, ob es sich um einen Anschlag oder eine alte Mine aus Zeiten des Sowjet-Krieges handle. Das Aufklärungsfahrzeug des Typs "Fennek" sei durch die Explosion beschädigt worden. Über zivile Opfer gebe es keine Erkenntnisse.

Die Region Kundus gilt als gefährlichste Gegend im deutschen Einsatzgebiet. Unter anderem deswegen hatte Verteidigungsminister Franz Josef Jung vor einigen Tagen eine Verstärkung der schnellen Eingreiftruppe angekündigt. Insgesamt soll die Bundeswehr in Afghanistan vor der für Herbst geplanten Präsidentenwahl um etwa 600 Soldaten aufgestockt werden.

Außerdem prüft die Bundeswehr derzeit eine raschere Beschaffung von Radpanzern für den Einsatz am Hindukusch. Die zusätzlichen Mittel aus dem zweiten Konjunkturpaket könnten unter anderem dazu verwendet werden, um die Lieferung von Fahrzeugen des Typs "Dingo 2" zu beschleunigen, erklärte das Verteidigungsministerium am Dienstag. In Bundeswehrkreisen hieß es, konkret gehe es um etwa 34 Patrouillen- und Sicherungsfahrzeuge für Afghanistan.

Die Dingos werden von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) produziert und sollen ihrer Besatzung weitgehenden Schutz vor Minen und anderen Sprengsätzen bieten. In Afghanistan sind momentan nach Bundeswehrangaben mehr als 700 geschützte Fahrzeuge im Einsatz, darunter etwa 150 Dingos. An KMW ist Siemens(SIEGn.DE: Kurs) mit 49 Prozent beteiligt.

Im Süden Afghanistans wurden unterdessen vier Soldaten durch eine Sprengfalle getötet. Auch ein afghanischer Mitarbeiter sei bei dem Anschlag umgekommen, erklärte das US-Militär. Die Soldaten seien mit ihrem Wagen auf Patrouille gewesen. Weitere Details wurden nicht genannt.

Von: 24.02.2009, Reporter: Sabine Siebold, redigiert von Scot W. Stevenson, www.de.reuters.com

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