Gasprom entsorgt beim Bau der Ostsee-Pipeline keine chemischen Kampfstoffe am Meeresboden


Gasprom übernimmt keine Verpflichtung, die am Boden der Ostsee gelagerten chemischen Waffen zu entfernen oder gar zu entsorgen. Auf dem Grund der Ostsee lagern nach Expertenschätzungen 267 000 Tonnen Bomben, Geschosse und Minen. Die Munition enthält mehr als 50 000 Tonnen Kampfstoffe.


(04.10.2005)

Das teilte der Sprecher des russischen Gaskonzerns Stanislaw Markin auf einer Konferenz über den Bau der Nordeuropäischen Gaspipeline (NEG) mit, die von Russland auf dem Meeresboden nach Deutschland verlaufen soll.

Der Sprecher räumte ein, dass es bei der Lagerung chemischer Waffen Probleme für die Umwelt gebe. "Wir werden versuchen, eventuelle Lager zu umgehen."

Laut Markin besitzen die Staaten, die nach dem zweiten Weltkrieg an der Endlagerung chemischer Waffen in der Ostsee beteiligt waren, entsprechende Seekarten.

Auf dem Grund der Ostsee lagern nach Expertenschätzungen 267 000 Tonnen Bomben, Geschosse und Minen. Die Munition enthält mehr als 50 000 Tonnen Kampfstoffe.

Die Bauarbeiten für die sogenannte Ostsee-Pipeline beginnen noch in diesem Jahr und sollen im Jahr 2010 abgeschlossen werden. Das Bauprojekt wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. Durch die Rohrleitung sollen 55 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr fließen.

Die 1183 km lange Streckenverbindung auf dem Meeresboden beginnt im russischen Wyborg und führt bis nach Greifswald. Durch die Pipeline soll Erdgas aus Westsibirien nach Europa transportiert werden.

An der Erdgasleitung hält Gasprom 51 Prozent, die deutschen Energiekonzerne E.ON und BASF sind zusammen mit 49 Prozent beteiligt.

Von: 03. Oktober 2005, http://russlandonline.ru

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