Geschäfte mit geächteten Waffen (Welt)


Immerhin hundert Staaten haben sich dazu bereit gefunden, eine besonders perfide Kriegswaffe zu ächten: die Streubomben. Der militärische Wert dieser Kampfmittel war lange Zeit umstritten, seit etlichen Jahren weiß die Fachwelt, dass Streubomben im Kriegseinsatz gegen militärische Ziele weitgehend sinnlos sind.


(04.12.2008)

Sie sind freilich ein probates Mittel, um die Zivilbevölkerung ganzer Landstriche während eines Konflikts und auch noch lange danach zu terrorisieren. Die Kugeln und Schrapnelle aus diesen Bomben können ausschließlich gegen "weiche Ziele" eingesetzt werden, also gegen Menschen. Sie verletzen, verstümmeln und töten nahezu ausschließlich Zivilisten, darunter viele Kinder. Der Verzicht von hundert Staaten auf diese Waffen ist lediglich ein erster kleiner Schritt. Ausgerechnet jene Staaten, die diese Mordwerkzeuge in enormen Mengen produzieren und auch in Konflikten einsetzen, verweigern sich: Die USA, Russland, China, Indien, Pakistan und Israel. Sie hören nicht auf die Vorhaltungen von Menschenrechtsgruppen, sie ignorieren die Appelle von Medizinern, die die grausamen Verletzungen durch diese Bomben bis ins Detail kennen. Ja, diese Staaten wollen nicht einmal zur Kenntnis nehmen, dass selbst hoch dekorierte Militärs wenig vom Einsatz von Streubomben halten. Also drängt sich der Schluss auf, dass diese Länder an Produktion, Lagerung und Einsatz dieser Munition festhalten, weil diese Waffen auch ein gutes Geschäft sind. Mordwerkzeug lässt sich eben doch immer gut verkaufen. Auch wenn - oder vielleicht gerade weil - es vom Großteil der Welt geächtet wird.

Von: 04.12.2008, Von Viktor Hermann, http://mein.salzburg.com

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