IHD-Bericht in Diyarbakir veröffentlicht (TÜRKEI)


Die Zweigstelle des Menschenrechtsvereins (IHD) in Diyarbakir hat einen Bericht über Menschenrechtsverletzungen in der kurdischen Region in den ersten sechs Monaten des Jahres 2006 veröffentlicht.


(19.07.2006)

Wie der Zweigstellen-Vorsitzende Rechtsanwalt Selahattin Demirtas im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch erläuterte, sind insgesamt 5187 Rechtsverletzungen vom IHD registriert worden. In Bezug auf die aktuellen Entwicklungen kritisierte Demirtas den Ministerpräsidenten Erdogan, der für Palästina nach Lösungswegen suche, die er für sein eigenes Land nicht geltend mache. "Anstatt die türkische Armee die Grenze (nach Südkurdistan / Irak) überschreiten zu lassen, sollte die PKK in die Türkei eingeladen werden und das Problem mit friedlichen und demokratischen Methoden gelöst werden", forderte Demirtas.
Mihdi Perincek als IHD-Vertreter für die Regionen Osten / Südosten verwies auf den Anstieg der Rechtsverletzungen im Vergleich zu den Vorjahren. Insbesondere das Recht auf Leben sei davon betroffen. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2006 seien von den 13 IHD-Zweigstellen in der Region 234 Verletzungen des Rechts auf Leben registriert worden. 3458 Mal sei das Recht auf Sicherheit von Personen verletzt worden. "Die Anzahl der registrierten Verletzungen des Rechtes auf Leben allein in den vergangenen zwei Monaten aufgrund von Gefechten liegt bei 101. Damit sind die Träume von 101 Müttern, die sie für ihre Kinder gehabt haben, zerbrochen. In 101 Familien herrscht Trauer."
Im Vergleich mit den Bilanzen der Jahre 2004 und 2005 sei ein ständiger Zuwachs an Rechtsverletzungen zu verzeichnen. Für das erste Halbjahr 2006 hat der IHD 190 Tote durch Gefechte, 37 Tote durch "Morde unbekannter Täter" sowie sieben Tote durch Minen- und andere Explosionen registriert. 2267 Personen seien festgenommen worden und davon 939 verhaftet. Zehn Personen seien verschwunden.

Von: Quelle: DIHA, 19.07.2006, ISKU, http://www.nadir.org

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