Italien plant Truppenrückzug vor Mitte 2006 aus Irak


Die Zahl der getöteten US-Soldaten stieg auf 2015. Am Samstag kamen drei amerikanische Soldaten ums Leben, zwei bei einem Anschlag in Bagdad, ein weiterer bei der Explosion einer Landmine in Beidschi. Die anhaltende Gewalt kostete ausserdem sechs irakische Polizisten und Soldaten das Leben.


(30.10.2005)

Italien will seine Truppen in der ersten Jahreshälfte 2006 aus dem Irak abziehen. Das machte der italienische Verteidigungsminister Antonio Martino in einem am Samstag veröffentlichten Interview deutlich. «Es ist plausibel, anzunehmen, dass unser Kontingent im ersten Halbjahr 2006 wieder heimgeholt werden könnte», sagte Martino der Zeitung «Il Messagero». Bei Razzien der US-Streitkräfte im Westen des Irak wurden unterdessen mindestens zehn Aufständische getötet.

Italien hat kürzlich schon eine erste Gruppe von 300 Soldaten nach Hause geholt, derzeit hat Rom noch rund 2.900 Mann im Südirak stationiert. In dem von den italienischen Truppen überwachten Gebiet würden mittlerweile 80 Prozent der Sicherheitsoperationen von den irakischen Streitkräften wahrgenommen, sagte Martino. «Wir nähern uns also dem Zeitpunkt, wo der Irak in der Lage sein wird, sich um seine Sicherheitsinteressen selbst zu kümmern.» Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte sich in der Vergangenheit widersprüchlich zu einem Zeitplan für einen Truppenabzug geäussert. Seit Beginn des Irak-Einsatzes sind 27 italienische Soldaten in dem Golfstaat ums Leben gekommen.

Bei Razzien von US-Truppen in der Stadt Hussajba wurden am Samstag nach Militärangaben mindestens zehn Aufständische getötet. Bei anschliessenden Gefechten seien auch Kampfflugzeuge eingesetzt worden. Bereits am Freitag hatten die Streitkräfte im nahe gelegenen Karabila Luftangriffe gegen Häuser geflogen, die von Aufständischen als Unterschlupf genutzt worden sein sollen. Nach Angaben von Einwohnern kamen mehrere Zivilpersonen ums Leben. Auf Bildern der Fernsehnachrichtenagentur APTN waren mindestens vier Leichen zu sehen, darunter die einer Frau.

Die Zahl der getöteten US-Soldaten stieg unterdessen auf 2015. Am Samstag kamen drei amerikanische Soldaten ums Leben, zwei bei einem Anschlag in Bagdad, ein weiterer bei der Explosion einer Landmine in Beidschi. Die anhaltende Gewalt kostete ausserdem sechs irakische Polizisten und Soldaten das Leben.

Von: 29. Oktober 2005, http://www.baz.ch (AP/baz)

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