Kontroverse um Explosion bei Buddha-Statuen von Bamijan (Afghanistan)


Kabul (AP) Nach einer kontrollierten Explosion von Fundmunition in der afghanischen Region Bamijan ist ein Streit über mögliche Beschädigungen der dortigen Buddha-Statuen ausgebrochen.


(03.05.2008)

Der oberste Kulturbeamte für Bamijan, Nadschibullah Harar, warf den Nato-Truppen vor, einen «illegalen Akt gegen das historische Kulturerbe Afghanistans» begangen zu haben. Die Vereinten Nationen wiesen die Anschuldigungen zurück.

Am kleineren der beiden kolossalen Reliefs seien mehrere Risse entstanden, sagte Harar am Samstag der Nachrichtenagentur AP. Dagegen erklärte der Leiter der UN-Kulturorganisation UNESCO in Afghanistan, Brendan Cassar, ein weiterer Schaden sei nicht feststellbar. Messinstrumente hätten keine neuen Risse angezeigt.

Widersprüchliche Angaben gab es auch bezüglich des genauen Orts der Explosion. Harar sagte, die Nato-Soldaten hätten trotz ausdrücklichen Verbots rund zehn Meter von den Statuen entfernt zwei Blindgänger zur Detonation gebracht. Vertreter der Vereinten Nationen sprachen indessen von einer Entfernung von 100 Metern, die Nato von mehr als einem Kilometer. Auch seien die lokalen Behörden rechtzeitig über die kontrollierte Explosion informiert worden, betonte Nato-Sprecher Martin O'Donnell.

Die 1.500 Jahre alten Statuen wurden unter der Herrschaft der radikalislamischen Taliban vor sieben Jahren gesprengt, weil das Kulturerbe des Buddhismus ausgelöscht werden sollte. Dabei brachen große Felsstücke aus den Reliefs heraus, insbesondere aus den Gesichtszügen. Seit dem Sturz der Taliban 2001 bemühen sich internationale Experten, die Statuen zu bewahren und zu stabilisieren. Die UNESCO hat das gesamte Bamijan-Tal auf die Liste des gefährdeten Kulturerbes gesetzt. Über der Region dürfen keine Flugzeuge fliegen.

Von: 4.5.2008, AP/www.pr-inside.com

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