KRIEGSFOLGEN: Bombenverdacht auf dem Friedhof


Munitionsexperten suchen in Neuruppin nach möglichen Blindgängern


(25.03.2008)

NEURUPPIN - An wenigstens drei Stellen auf dem Friedhof von Neuruppin herrscht Bombenverdacht. Munitionsexperten einer privaten Firma hatten im Auftrag des Landes seit Monaten drei Flächen nach möglichen Blindgängern abgesucht, auf denen künftig Gräber angelegt werden sollen. Jetzt steht ein erstes Ergebnis fest: An drei Stelen haben die Fachleute mehrere Meter unter der Erde Metall ausfindig gemacht. Seit gestern prüft der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei, ob es sich tatsächlich um Blindgänger handelt.
Auf dem Friedhof liegt der Bombenverdacht nahe. Die Grabfelder gleich neben dem früheren Militärflugplatz wurden im Zweiten Weltkrieg von Dutzenden Bomben getroffen. Auf alten Luftbildern sind die Einschläge zu erkennen. Wie viele Bomben damals nicht detoniert sind, weiß niemand.
Rund 4400 Löcher haben die Bombensucher jetzt auf den drei leeren Grabfeldern gebohrt. In jedem wurde eine Sonde fünf Meter tief hinabgelassen, um Veränderungen im Magnetfeld zu messen, wie sie von Metallkörpern ausgehen.
Gestern haben die Fachleute begonnen, die drei Verdachtspunkte mit einem großen Bagger zu öffnen. An der ersten Stelle stellte sich der Bombenverdacht als Fehlalarm heraus. Aus dem vier Meter tiefen Loch förderte der Bagger jede Menge Mauersteine und Bauschutt hervor, außerdem einen alten Eimer und ein paar verrostete Metallteile. Gerd Fleischhauer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei identifiziert sie als Bombensplitter. Auf amerikanischen Aufklärungsfotos aus dem Krieg ist an dieser Stelle der Trichter einer Bombenexplosion zu sehen. "Die Splitter zeigen, dass wir richtig sind." Einen Blindgänger haben die Fachleute gestern nicht gefunden.
In den nächsten Tagen sollen auf dieselbe Weise die anderen beiden Verdachtspunkte untersucht werden. Wenn sie auch dort keine Bombe entdecken, sind die Grabfelder freigegeben.
Die Munitionssucher rücken danach ab, zumindest vorerst. Das gesamte Gelände des Neuruppiner Friedhofs kann nur nach und nach abgesucht werden ' immer dort, wo größere Veränderungen geplant sind.(Von Reyk Grunow)

Von: www.maerkischeallgemeine.de, 26.03.2008

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