Landmine.de löst sich auf


Erfolgreiche Kampagne 20 Jahre nach Gründung der Internationalen Kampagne zum Landminenverbot löst sich das Aktionsbündnis Landmine.de aus 17 deutschen Nichtregierungsorganisationen auf.


(02.12.2010)

Bekanntlich soll man aufhören, wenn es am Schönsten ist. Angelehnt an diese Volksweisheit hat sich das deutsche Anti-Minenbündnis jetzt aufgelöst. Schließlich habe man ein fast umfassendes Verbot von Landminen erreicht, so Thomas Gebauer, Geschäftsführer der Hilfsorganisation medico international. Der Ursprung von Landmine.de habe darin gelegen, auf ein Staatsversagen zu reagieren, um Druck auf die Regierenden auszuüben. Seit 1999 gibt es die Ottawa-Konvention zum Verbot von Anti-Personenminen, seit August ist ein ähnlicher Vertrag gegen den Einsatz von Streumunition in Kraft. Weltweit sind nur noch in 39 Staaten Herstellung, Ausfuhr und Nutzung von Anti-Personenminen erlaubt. Im Vorjahr wurden Produktion und Einsatz auf den niedrigsten Stand seit 1999 heruntergefahren, heißt es im Landminenmonitor 2010 der Internationale Kampagne (ICBL), die 1997 den Friedensnobelpreis erhielt. Auch die Zahl der Verletzungen sei soweit zurückgegangen wie noch nie. Flächen fünf Mal so groß wie Paris habe man räumen können.
Allerdings wissen die Anti-Minenaktivisten, dass der Kampf gegen das gefährliche Erbe vieler Kriege und bewaffneter Konflikte längst nicht zu Ende ist. Auch 2009 wurden 1000 Menschen getötet und über 3000 verletzt. Und noch sind die Minen in 66 Staaten zu finden. Wichtige Staaten wie die USA, China, Russland und Indien verweigern sich der Ottawa-Konvention weiter. Zwar seien weiter weltweit 80 Millionen Landminen verborgen, aber nun bestehe ein leistungsfähiges Netzwerk von Organisationen und Institutionen der Staaten selbst zur Ächtung und zur Räumung der Minenfelder, betont Gebauer.

Von Olaf Standke

Von: http://www.neues-deutschland.de/artikel/185600.landmine-de-loest-sich-auf.html

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