Laos: SODI entschärft gefährliche Fliegerbombe


Am vergangenen Sonntag wurde in Laos eine 250 kg Bombe durch einen SODI-Sprengmeister kontrolliert gesprengt.


SODI Experte Robby Dehondt erörtert mit dem Gruppenleiter Phaiwan mögliche Varianten zur sicheren Vernichtung der 250-kg-Bombe. (c) SODI

(16.01.2012)

Die schwere Fliegerbombe hatte in den vergangenen zwei Wochen in Laos für erhebliche Aufregung gesorgt. Die für die Kampfmittelräumung zuständige nationale Behörde erklärte die Entschärfung der Bombe zu einer nationalen Priorität. Bereits am 3. Januar stieß ein Bauarbeiter bei Straßenbauarbeiten in einem Ortsteil der Hauptstadt von Khamkeut mit seinem Bulldozer auf den schweren Blindgänger. Der Berliner Verein Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI), der in der dortigen Region ein vom Auswärtigen Amt gefördertes Programm zur humanitären Kampfmittelräumung durchführt, wurde informiert und ergriff umgehend alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen. Da die Bulldozerschaufel die Bombe mehrfach getroffen hatte, war nicht auszuschließen, dass der chemische Langzeitzünder des Blindgängers aktiviert wurde. So bedrohte die Bombe aus dem Vietnamkrieg fast 40 Jahre nach ihrem Abwurf erneut die Bevölkerung. Mit ihrer enormen Sprengkraft hätte sie in einem Radius von 1.000 Metern erheblichen Schaden anrichten können.

Experten von SODI und anderen internationalen Organisationen der Kampfmittelräumung, der laotischen Armee und der Polizei berieten gemeinsam, wie der Blindgänger mit möglichst geringem Schadensrisiko zu entschärfen sei. Man entschied sich letztlich für eine sogenannte „Low-Order-Sprengung“, bei der die Bombe zunächst aufgesprengt wird, um dann mit einer zweiten Sprengung den Zünder der Bombe zu zerstören.

Nach Ablauf einer Sicherheitswartezeit von 288 Stunden konnten die Experten von SODI am Sonntag die Arbeiten an der Bombe aufnehmen und Vorbereitungen für die Sprengung treffen. In den Tagen zuvor waren mehr als 6.000 Sandsäcke mit einem Gewicht von über 180 Tonnen zum Schutz der unmittelbar an den Fundort angrenzenden Tempelanlage und der umliegenden Wohnhäuser angebracht worden. Dies sind die bislang massivsten Schutzwälle, die jemals in Laos bei der Sprengung einer Bombe zum Einsatz kamen. 

Um 15 Uhr am Sonntagnachmittag erfolgte schließlich die Entwarnung. Nach zehntägiger Evakuierung konnten die Anwohner nun endlich in ihre Häuser zurückkehren und ihr normales Leben wieder aufnehmen. 

Wie gefährlich eine solche Bombe mit diesem Zündertyp ist, wurde zuletzt auf tragische Weise am 1. Juni 2010 in Göttingen deutlich. Dort war eine Bombe mit einem ähnlichen Säurezünder bei den Vorbereitungen zur Entschärfung explodiert und hatte drei Menschen in den Tod gerissen.

Quelle: SODI - Solidaritätsdienst-international e.V. >>>

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