Libyen: Das Risiko durch explosive Kriegsüberreste


Ein Entminungsspezialist von Handicap International ist in Libyen eingetroffen. Seine Aufgabe, die Risiken von nichtexplodierter Munition in den Wohngegenden zu identifizieren und die Entminung vorzubereiten.


Unexplodierte Munitionen in Ajdabiya. (c) Handicap International

(26.09.2011)

Der Fall von Gaddhafis Regime hat in den meisten Städten Libyens zu einem Ende der Kämpfe geführt. “In dieser Situation ist das erste, was die Menschen wollen, wieder in ihre Häuser zurückzukehren“, sagt Frédéric Maio, Einsatzleiter von Handicap International in Libyen. „Die Einwohner von Ajdabiya und Brega zum Beispiel sind vor den Kämpfen in die Flüchtlingslager in Bengazi geflohen. Wenn sie jetzt in ihre Heimatstädte zurückkommen, riskieren sie jedoch, mit nicht explodierten Kriegsresten in Berührung zu kommen. Den Familien ist dieses Risiko oft nicht bewusst. Also warten sie auch nicht, bis wir die Gefahren eingeschätzt haben.“

Handicap International klärt die Zivilbevölkerung über die Gefahren durch nicht explodierte Sprengsätzen, Granaten und Bomben – die sich auch in den Häusern von Zivilisten befinden - auf. Diese präventiven Maßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Handicap International vor Ort.
Seit letztem März unterhält unsere Organisation in Benghazi und Ajdabiya ein Projekt zur Reduzierung von bewaffneter Gewalt. Auch weiterhin werden Präventionsmaßnahmen für die allgemeine Bevölkerung angeboten und das Projekt soll so bald wie möglich auch in Misrata – einer Stadt, die besonders stark von den Kämpfen zwischen Gaddafis Truppen und den Rebellen betroffen war – umgesetzt werden. In den Städten bis hin zur tunesischen Grenzen haben Veranstaltungen zur Aufklärung über die Risiken von Minen und nicht explodierten Kriegsüberresten stattgefunden. Das Team von Handicap International setzt sich aus 20 Mitarbeitern und rund 100 Freiwilligen zusammen. Die freiwilligen Helfer werden so ausgebildet, dass sie die Zivilbevölkerung für die bestehenden Gefahren sensibilisieren können.
Zur notwendigen Vervollständigung unserer Arbeit ist nun einer unserer Spezialisten für Minenräumung in Libyen angekommen. Er soll die Anzahl von Minen und explosiven Kriegsüberresten in den verschiedenen Regionen abschätzen und so den Bedarf für die Entminung der betroffenen Gebiete ermitteln. Darüber hinaus soll er mit den lokalen Behörden und anderen Interessensgruppen vor Ort zusammenarbeiten. Je nach Notwendigkeit und abhängig vom Einsatz anderer humanitärer Organisationen wird Handicap International dann gezielt Kapazitäten zur Räumung von Minen und anderen Kampfmitteln aufbauen. Dies beinhaltet auch, dass ein Team von libyschen Entminern ausgebildet wird. Dieses Team übernimmt dann die Verantwortung für einen sicheren Zutritt zu den Wohngegenden.

Quelle: Handicap International >>>

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