Liebkinder der dänischen Banken: Waffenhersteller und Umweltsünder


Die dänische Non-Profit-Organisation DanWatch greift die drei größten Banken des Landes massiv an.


(02.06.2009)

Die dänische Non-Profit-Organisation DanWatch greift die drei größten Banken des Landes massiv an. Mit umgerechnet über 400 Mio. Euro sind die Finanzinstitute demnach an, nach Ansicht von DanWatch fragwürdigen Unternehmen beteiligt.
Die drei größten dänischen Banken investieren in Unternehmen mit ethisch fragwürdiger Geschäftstätigkeit. Laut einem Bericht der NGO DanWatch haben die Danske Bank, Nordea Dänemark sowie die Jyske Bank insgesamt rund 3 Mrd. Kronen (403 Mio. Euro) in Unternehmen geparkt, die sich unter anderem mit der Herstellung von Streubomben und Atomwaffen beschäftigen oder ihre Gewinne mit Hilfe von Kinderarbeit, Umweltzerstörung und Korruption erwirtschaften.
Der am Dienstag veröffentlichte Bericht hat in Dänemark sowohl im linken wie im rechten politischen Lager Kritik an den Finanzinstituten hervorgerufen. Der rechtsliberale Politiker Jacob Jensen ortete "ein Problem, das man in Angriff nehmen muss" und verwies auf entsprechende UNO-Konventionen die das Investieren in bestimmte Unternehmen ächtet. Dänemark trat vergangenes Jahr beispielsweise dem Abkommen über das internationalen Verbot von Streumunition bei. Der Finanzsprecher der Linkspartei (SF), Jesper Petersen, schlug vor, zumindest jene Institute an die Kandare zu nehmen, die in den Genuss staatlicher Rettungspakete kommen.
Seitens der Banken sah man dagegen vorerst keinen Handlungsbedarf. Die Jyske Bank etwa hob in einer als Antwort auf die Angaben von DanWatch hervor, man treffe Investitionsentscheidungen im Interesse der Anleger. Ausgangspunkt sei es, die Investitionen der Kunden zu optimieren, hieß es in einer Stellungnahme des Jyske-Geschäftsführers Anders Dam.
(APA)

Von: http://www.wirtschaftsblatt.at/home/international/wirtschaftspolitik/376851/index.do?from=rss

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