MUNITIONSSUCHE: 13 000 Einwohner im Sperrkreis (ORANIENBURG)


Bombenblindgänger am Landratsamt vermutet / Entschärfung für morgen Nachmittag vorbereitet


(26.03.2008)

ORANIENBURG - In nur anderthalb Metern Tiefe haben Kampfmittelexperten bei der systematischen Munitionssuche einen verdächtigen metallischen Gegenstand geortet. Der Fundort stimme mit einem Bombenverdachtspunkt aus der Luftbildauswertung überein, erklärte gestern Nachmittag Ordnungsamtsleiterin Sylvia Holm. Dieser befinde sich zwischen den Parkplätzen des Landratsamts und des Hotels an der Havel an der Albert-Buchmann-Straße. In unmittelbarer Nähe steht ein Wohnblock.
Die Oranienburger Räumfirma Sontec beginnt heute mit der Freilegung des verdächtigen Gegenstandes. Am morgigen Freitag gegen 11 Uhr soll geklärt sein, ob es sich tatsächlich um einen Blindgänger handelt. Da die mutmaßliche Bombe in so geringer Tiefe liegt, wollen die Sprengmeister sie noch am selben Tag entschärfen.
Sollte sich der Verdacht bestätigen, werden der Wohnblock Rudolf-Grosse-Straße 10 bis 13, das Hotel an der Havel und Teile des Landratsamtes sofort evakuiert, so die Ordnungsamtsleiterin. Bis 14 Uhr müssen dann etwa 13 000 Oranienburger den Sperrkreis verlassen. Mit Lautsprecherdurchsagen will die Stadt auf die Evakuierung hinweisen.
Zwischen 14 und 16 Uhr kontrolliert die Feuerwehr den Sperrkreis. Um 16 Uhr würden die Sprengmeister dann mit der Entschärfung beginnen, die laut einer ersten Einschätzung bis 20 Uhr andauern könnte.
Die städtischen Kitas, die sich im Sperrkreis befinden, werden am Freitag voraussichtlich nicht öffnen. Die Eltern können mit den Kindern auf die Kitas "Krümelhausen" und "Flax und Krümel" ausweichen. Die Hortkinder der Comeniusschule und der Havelschule sollen in der Waldschule Obdach finden.
Auch der Bahnhof Oranienburg liegt im Sperrkreis. Bei der S-Bahn wurde gestern noch die Einrichtung eines Schienenersatzverkehrs geprüft.
Es sei entschieden worden, dass die Patienten im Krankenhaus verbleiben können, da sich die Klinik an der Peripherie des Sperrkreises befinde, so Sylvia Holm.
Das Schloss wird ebenfalls evakuiert. Die Brautleute, die sich für Freitag im Standesamt angemeldet haben, können aufatmen: Ihre Trauungen um 11 und um 12 Uhr finden dort noch statt.(Von Heiko Hohenhaus)

Von: www.maerkischeallgemeine.de, 27.03.2008

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