Probleme im norwegischen Staatshaushalt


Diskussionen ums Geld waren auch im norwegischen Wahlkampf an der Tagesordnung, und auch hier ging es um Milliardenbeträge. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen stand allerdings nicht Frage nach Einsparungen - sondern die Frage, was mit all den Überschüssen passieren soll.


(13.09.2005)

Knut Kjær, bei der Zentralbank Norwegens zuständig für die Investitionen im nationalen Ölfonds, ist ein wandelndes Gesetzbuch - und genauso spontan. Der Direktor der Investmentabteilung legt jedes Wort bedächtig auf die Goldwaage, und das aus gutem Grund: Die norwegischen Ersparnisse belaufen sich auf 1,18 Billionen norwegische Kronen, rund 152 Milliarden Euro.

Eine missverständliche Bemerkung, und die Aktienmärkte der Welt würden verrückt spielen: "Ja, das ist viel Geld", sagt Kjær. "Wir gehören zu den größten Anlegern der Welt, aber trotzdem sind es lediglich 0,3 Prozent des Weltkapitalmarktes. Die Einnahmen aus den Ölgeschäften und dem Kapitalertrag werden breit gestreut, um das Verlustrisiko zu verringern."

Damit eine Überhitzung der norwegischen Wirtschaft vermieden und die Kontrolle gewährleistet wird, legt die Zentralbank Überschüsse in ausländischen Wertpapieren an: 40 Prozent in Aktien, 60 Prozent in Rentenpapieren - kreuz und quer in der Welt zwischen China und Tschechien. Interne und externe Investmentspezialisten kümmern sich um die beste Rendite, ein Ethik-Rat passt auf, dass nicht in Biowaffen, Landminen oder Kinderarbeit investiert wird. Theoretisch könnten die Norweger zum Beispiel Daimler Chrysler kaufen, aber nach den derzeit gültigen Regeln ist eine Aktienmehrheit an Unternehmen ausgeschlossen.


Von: 12 September 2005, http://www.tagesschau.de, von Regina König

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