Scharfe Kriegsmunition in der Donau


KIRCHBERG, LEMBACH/ Spaziergänger haben die Munition im Uferbereich von Obermühl bei der Polizei angezeigt.


(27.02.2008)

RUNDSCHAU
Experten des Entminungs- und Entschärfungsdienstes des Innenministeriums sowie die Cobra waren vor kurzem in Obermühl im Einsatz, um Kriegsmaterial aus der Donau zu bergen und anschließend fachgerecht zu entsorgen.
Eine scharfe 15 Zentimeter lange Sprenggranate, scharfe Patronen und Patronenhülsen, K-Munition vom Bundesheer, ein scharfes Panzerfaustrohr ' inklusive Zünder ' und zwei selbstgebastelte Abschussrohre lagen gut sichtbar im Uferbereich der Donau. Das Kriegsmaterial ist einem Spaziergänger aufgefallen, der den Vorfall der Polizeiinspektion Lembach angezeigt hat. Die Polizei vermutet, dass die scharfe Munition vor nicht allzu langer Zeit in der Donau entsorgt wurde. Die geborgene Munition hat der Entminungsdienst mitgenommen: "Die Munition wird gelagert und später gesprengt beziehungsweise ausgebrannt", berichtet Günther Schlösser vom Entminungsdienst. Drei bis vier Mal im Jahr werde im niederösterreichischen Allentsteig gesprengt.
Die beiden später datierten Abschussrohre werden vom Entminungsdienst entsorgt.
Bevor die Relikte von Entminungs- und Entschärfungsdienst geborgen werden konnten, waren die Cobra-Taucher im Einsatz: "Wir sind für das Suchen und Finden der Munition zuständig. Die Gefahr hält sich für uns in Grenzen. Wir greifen die Munition nicht an", erzählt Gerhard Gruber, Chef der Cobra-Taucher in Linz.
Ausrücken müssen die Taucher ein paar Mal im Jahr, "aber nicht allzu oft. Wir machen in ganz Österreich Trainingstauchgänge ' oft sind es Zufallsfunde. Manchmal bekommen wir auch einen Hinweis in Kriminalsachen oder von Sporttauchern", so Gruber.
Waffenfunde bei Polizei melden
Es passiere öfter, dass Waffen und Munition aus den Kriegsjahren bei der Polizei abgegeben werden. Findet jemand derartige Kriegsrelikte, kann er bei der örtlichen Polizei anrufen. Von Fachkundigen werden die Waffen abgeholt.
Ignaz Märzinger, Chefinspektor vom Bezirkspolizeikommando in Rohrbach, vermutet, dass Munition überwiegend entlang der Kampflinien zu finden wären: "Wo die Deutschen noch Abwehrstellungen gebaut haben und die Amerikaner schließlich durchgezogen sind", so Märzinger. Bomben, wie zum Beispiel in Linz, findet man im Bezirk nicht: "Bei uns wurde nicht gebombt. Es war hauptsächlich die Artillerie unterwegs", weiß Märzinger.

Von: www.rundschau.co.at, 28.02.2008

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