Streubomben-Konferenz: USA setzen andere Länder unter druck


Friedensnobelpreis¬trägerin Jody Williams wirft den Vereinigten Staaten versuchte Einflussnahme vor


(20.02.2008)

Wellington - Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams hat den USA vorgeworfen, Teilnehmerstaaten der Konferenz für ein internationales Verbot von Streubomben unter Druck zu setzen. Verbündete der USA stellten daher gezielt bestimmte Forderungen, um Fortschritte der Konferenz verhindern, sagte Williams der Nachrichtenagentur Associated Press. Die US-Bürgerin erhielt 1997 zusammen mit der Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen den Friedensnobelpreis.

USA: Streubomben "militärisch nützlich"

Eine Sprecherin der US-Botschaft in Neuseeland, Janine Burns, wies die Vorwürfe zurück. Washington versuche nicht, die Konferenz zu bremsen. Die Vereinigten Staaten teilten die humanitären Bedenken gegen den Einsatz von Streumunition, seien aber "wegen ihrer erwiesenen militärischen Nützlichkeit" gegen ein Verbot. Die USA sind auf der am Montag eröffneten Konferenz nur mit Beobachtern vertreten.

Der Prozess für ein Verbot dieser Waffen wurde vor einem Jahr in Oslo gestartet. Zu den Initiatoren gehörten neben Österreich auch Norwegen, Irland, Neuseeland, Mexiko und der Vatikan. Die Konferenz in Wellington verfolgt das Ziel, die zu verbietende Munition präzise zu definieren. Die Abschlussverhandlungen der Diplomaten sollen dann im Mai in Irland stattfinden.

Bei der Streumunition handelt es sich um Pakete mit mehreren hundert oder tausend einzelnen Sprengsätzen, die über dem Boden explodieren. Die Explosionswirkung erfasst etwa eine Fläche von der Größe eines Fußballfeldes ab. Allerdings explodieren meist 10 bis 40 Prozent der Sprengsätze nicht sofort und stellen danach eine tödliche Gefahr dar.

Bei der kleinsten Berührung können sie explodieren. Opfer sind dann häufig Kinder, die wegen Form und Farbe auf die Sprengsätze aufmerksam werden. Streumunition wurde erstmals im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Experten schätzen, dass inzwischen Zehntausende Zivilisten Opfer der Munition geworden sind. Streumunition wurde auch im Irak, im Kosovo-Krieg und in Afghanistan eingesetzt. (APA/AP)

Von: http://derstandard.at, 21.02.2008

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