Taliban-Kämpfer sprengen sich in Kabul in die Luft (Afghanistan)


Kabul (Reuters) - Wenige Tage nach einem Anschlag auf Präsident Hamid Karsai im Zentrum Kabuls haben sich Taliban-Kämpfer in der afghanischen Hauptstadt schwere Kämpfe mit Sicherheitskräften geliefert.


(30.04.2008)

Nach den zehnstündigen Gefechten am Mittwoch sprengten sich nach Regierungsangaben fünf Kämpfer in einem Haus in die Luft. Das Gebäude sei von afghanischen Sicherheitskräften umstellt gewesen, sagte ein Vertreter des Innenministeriums. Bei der Explosion zweier Landminen an der Grenze zu Pakistan starben unterdessen acht afghanische Zivilisten, darunter drei Kinder. Es habe auch mehrere Verletzte gegeben, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Bei den Gefechten in Kabul wurden nach Polizeiangaben zwei Mitarbeiter des nationalen Sicherheitsdienstes getötet. Ein Taliban-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Afghan Islamic Press, bei den Kämpfen seien auch eine Frau und ihre Tochter ums Leben gekommen. Die 2001 von der Macht vertriebenen Taliban sind bislang nicht in nennenswerter Zahl in Kabul in Erscheinung getreten. Sie haben jedoch angekündigt, die Hauptstadt in diesem Jahr verstärkt ins Visier zu nehmen. Am Wochenende wurde Karsai bei einer Militärparade in Kabul Ziel eines Anschlags. Dabei wurden drei Menschen getötet, darunter ein zehnjähriges Kind. Karsai selbst konnte sich unverletzt retten.

Die Landminen detonierten am Mittwoch auf einer Schotterstraße nahe der Stadt Spin Boldak in der Provinz Kandahar. Der Provinz-Polizei zufolge starben bei der Explosion einer ersten Landmine drei Menschen. Der zweite Sprengsatz sei detoniert, als die anderen Fahrzeuginsassen ausstiegen und die Leichen bergen wollten. Die Polizei machte die Taliban für den Anschlag verantwortlich. Die Aufständischen waren für eine Stellungnahme zu dem Vorfall zunächst nicht zu erreichen.

Von: 1.5.2008, de.reuters.com

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