Thailand setzt Streumunition in Kambodscha ein


Offizielle Stellen aus Thailand bestätigten während eines Meetings mit der CMC den Gebrauch von Streumunition.


(07.04.2011)

Aufgrund von zwei separaten, vor Ort durchgeführten Untersuchungen, ist die Cluster Munition Coalition (CMC) zu dem Schluss gekommen, dass Thailand im Grenzkonflikt mit Kambodscha Streubomben auf kambodschanischer Seite abgeworfen hat. Das ist der erste Einsatz von Streubomben weltweit, seitdem die internationale Konvention über Streubomben von 2008 im August letzen Jahres in Kraft getreten ist und seither ein international bindendes Gesetz darstellt. Die CMC und Handicap International verurteilen den Gebrauch von Streumunition scharf und drängen Kambodscha und Thailand dazu, feste Zusagen für einen Verzicht auf diese Waffen zu machen und dem internationalen Vertrag beizutreten.



"Es ist entsetzlich, dass ein Staat nun wieder auf Streubomben zurückgreift, nachdem diese von der internationalen Gemeinschaft verboten wurden,“ so Laura Cheeseman, Vorsitzende der CMC. „Thailand war weltweit führend im Verbot von Anti-Personen-Minen und es ist skrupellos, dass es jetzt geächtete Waffen verwendet hat, die undiskriminierend Zivilisten gleichsam töten und verletzen.“



Während eines Meetings am 5. April hat der thailändische Botschafter bei der UN den Einsatz von 155mm Dual Purpose Improved Conventional Munition (DPICM) Streubomben bestätigt. Der Botschafter sagte, Thailand habe Streubomben zur Selbstverteidigung eingesetzt, dabei die Prinzipien der Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit beachtet und in Übereinstimmung mit dem militärischen Verhaltenskodex gehandelt. Er warf Kambodscha den Gebrauch von starkem Raketenbeschuss gegen zivile Ziele in Satisuk im Khun Khan Distrikt in Thailand vor.



In Februar und April diesen Jahres führten CMC-Mitglieder zwei separate Missionen in mit Streumunition verseuchten Gebieten durch und fanden dort nicht-explodierte Submunitionen und von Streubomben verursachte Schäden vor. Die Organisation Norwegians People Aid bestätigte den Fund von M42/M46 und M85 Typ DPICM Streubomben. Schwester D. Coghlan, Mitglied im Vorstand der CMC, die an der ersten Evaluierungsmission teilnahm: „ Die Streubomben haben bereits zwei Menschen das Leben gekostet, zwei weitere verloren ihre Arme und fünf weitere wurden verletzt.“ Das Gebiet muss umgehend geräumt werden, um noch größerem Leid vorzubeugen. Kambodscha muss alles unternehmen, um die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten. 

Die CMC hat Thailand dazu gedrängt, detaillierte Ergebnisse ihrer Untersuchung, beispielsweise zur genauen Lage der Streubomben verseuchten Gebiete, bereit zu stellen, so dass die Bürger vor den Gefahren gewarnt werden können und gleichzeitig zu einer effizienten und effektiven Räumung der explosiven Submunitionen beizutragen, welche die gleichen Gefahren wie Landminen darstellen. 



Handicap International und die CMC rufen auch Kambodscha dazu auf, dem Streubombenverbotsvertrag beizutreten und vorläufig eine Vereinbarung zur Unterlassung zu treffen. Kambodscha soll die Anzahl und Art der gelagerten Streubomben bekannt geben und mit der Vernichtung beginnen.

Kambodscha und Thailand sind nicht unter den Ländern, die die SBK unterzeichnet haben, allerdings haben beide den Landminenverbotsvertrag von 1997 ratifiziert. Beide Länder nahmen am Oslo-Prozess teil, um über das Verbot von Streubomben zu verhandeln, und nahmen ebenfalls an der ersten Vertragsstaatenkonferenz teil. 

„Dieser Konflikt sollte beide Länder dazu bewegen, diese Waffen so schnell wie möglich zu verurteilen und dem Verbotsvertrag beitreten,“ fordert François DeKeersmaeker, Geschäftsführer von Handicap International.


Quelle: streubomben.de >>>


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