UN zuversichtlich am ersten Minen-Tag


New York (AP) Einen hoffnungsvollen Ausblick haben die Vereinten Nationen zum ersten internationalen Minen-Tag gegeben. Die Beseitigung aller Minen, die in 82 Staaten jährlich mehr als 15.000 Menschen töten oder verstümmeln, könne schon in einem Jahrzehnt und damit weitaus schneller als bislang angenommen beendet werden, erklärte der Direktor des UN-Minendienstes, Max Gaylard.


(03.04.2006)

Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan betonte, das Ziel einer Welt ohne Minen und aus Kriegen übrig gebliebener Sprengsätze scheine nur mehr eine Frage von Jahren und nicht mehr von Jahrzehnten zu sein. Gaylard mahnte, zur Umsetzung dieser optimistischen Prognose müssten die Geberländer ihre finanzielle Unterstützung fortsetzen. 2004 kamen fast 400 Millionen Dollar (330 Millionen Euro) zusammen, knapp 100 Millionen Dollar von den USA. Das meiste Geld, gut 90 Millionen Dollar, floss nach Afghanistan.

Die Zahl der Toten und Verletzten durch die Explosion von Minen ist seit einigen Jahren rückläufig. Sie sank von 26.000 Ende der 90er Jahre auf etwa 15.000 bis 20.000. Binnen fünf Jahren könnten alle Sprengsätze aus Jordanien, Senegal, Mauretanien und Albanien entschärft sein. Vor einigen Jahren habe man noch einen Zeitraum von hunderten von Jahren veranschlagt, um das Problem zu lösen, erinnerte Gaylard. Jetzt spreche man von Jahren. «Wir haben schon viel erreicht.»

Annan erklärte, das In-Kraft-Treten der Ottawa-Konvention zum Verbot von Antipersonenminen zeige erste Erfolge. 150 Staaten haben den Vertrag unterzeichnet, nicht dabei sind die USA, Russland und China. Die Produktion und das Auslegen von Landminen gehe zurück, unterstrich der UN-Generalsekretär. Vorräte seien zerstört worden und die Räumung habe sich beschleunigt.

Gaylard wies darauf hin, dass die Minen noch immer Millionen Menschen gefährdeten: Bauern könnten ihre Felder nicht bestellen, Kinder nicht draußen spielen und Flüchtlinge nicht in ihre Heimat zurückkehren. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat beschlossen, jedes Jahr einen Tag der Aufklärung über die Gefahren der Landminen zu widmen. Dazu waren am Dienstag in vielen Ländern Veranstaltungen geplant.

Die genaue Zahl der gelegten Minen ist nicht bekannt. Allein in Angola schätzt die Regierung, dass vier Jahre nach Ende des Bürgerkriegs noch sieben Millionen Minen versteckt sind.

Dem Landminenbericht zufolge war 2004 die Gefahr in Kambodscha am größten, wo 898 Menschen verletzt oder getötet wurden. In Afghanistan waren es 878, aus Kolumbien wurden 863 Minenopfer gemeldet. Gaylard sagte, auch im Irak, Angola, dem Sudan, in Bosnien, Äthiopien und Eritrea gebe es noch viel zu tun.

Von: 04.04.06 http://www.finanzen.de © 2006 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved

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