Uno-Truppen beziehen Stellung im Libanon


Seit dem Beginn des Waffenstillstands wurden 14 Menschen bei der Explosion von Blindgängern getötet. Zuletzt zerriß heute der Sprengsatz einer Streubombe einen 55-jährigen Bewohner des Dorfes Kfar Sir in der Nähe des Flusses Litani.


(02.09.2006)

Drei Wochen nach dem Beginn des Waffenstillstands ist das erste größere Kontingent der internationalen Friedenstruppe im Libanon eingetroffen.

Bis zum Abend kamen 860 italienische Soldaten am Stützpunkt Kalaway nahe der Hafenstadt Tyrus an, wie das Verteidigungsministerium in Rom mitteilte. Im französischen Mittelmeerhafen Toulon begann heute die Beladung von Kriegsschiffen, die bis Ende der kommenden Woche 200 Soldaten und 100 Fahrzeuge in den Libanon bringen sollen.

Mehr als 1000 Todesopfer infolge des Kriegs

Die Uno-Truppe Unifil soll zusammen mit 15'000 libanesischen Soldaten zwischen Israel und der schiitischen Hizbollah-Miliz einen Puffer bilden. Im Krieg zwischen diesen Parteien waren vom 12. Juli bis 13. August mehr als 850 Libanesen und 150 Israelis getötet worden.

Seit dem Beginn des Waffenstillstands wurden 14 Menschen bei der Explosion von Blindgängern getötet. Zuletzt zerriß heute der Sprengsatz einer Streubombe einen 55-jährigen Bewohner des Dorfes Kfar Sir in der Nähe des Flusses Litani.

Mißtrauen zwischen den Regierungen

Die Regierung in Beirut wies heute einen Aufruf des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert zum Abschluss eines Friedensabkommens zurück. Bevor über Friedensverhandlungen gesprochen werden könne, müsse Israel seine Truppen vollständig abziehen sowie die Luft- und Seeblockade aufheben, sagte der libanesische Informationsminister Ghasi Aridi. Es gebe keinerlei Vertrauen zwischen beiden Regierungen.

Die israelische Außenministerin Zipi Livni schloss ihrerseits Friedensverhandlungen mit Syrien zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus. Zuerst müsse die Regierung in Damaskus ihre Unterstützung für libanesische und palästinensische Extremisten beenden, sagte sie am Abend im israelischen Fernsehen. (raa/ap)


Von: 03.09.2006, http://www.tagesanzeiger.ch

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