Uno untersucht Einsatz von Streubomben


Die Vereinten Nationen haben eine Untersuchung über den Gebrauch israelischer Waffen im Libanon-Krieg eingeleitet. Dazu werde eine Kommission in den Libanon entsandt, wie ein UN-Sprecher in Genf mitteilte. Dabei soll geprüft werden, welche Waffen Israel im Krieg gegen die radikal-islamische Hisbollah eingesetzt hat. Eine solche Untersuchung hatte der UN-Menschenrechtsrat in einer Resolution verlangt.


(01.09.2006)

Die drei Experten für internationales Recht und Menschenrechte sollen nach Angaben des UN-Sprechers unter anderem untersuchen, ob die von Israel eingesetzten Waffen gegen internationales Recht verstoßen. Israel wird unter anderem vorgeworfen, Streubomben eingesetzt und damit vor allem die Zivilbevölkerung getroffen zu haben. Der Einsatz von Streubomben wird weithin geächtet, völkerrechtlich verboten ist er jedoch nicht.

Der neu gebildete UN-Menschenrechtsrat hatte am 11. August das israelische Vorgehen im Libanon verurteilt und eine internationale Untersuchung verlangt.Entschärfung über 10 Jahre?Das Entschärfen der Streubomben könnte Experten zufolge sehr lange dauern. Simon Conway von der in Großbritannien ansässigen Organisation "LandMine Action" sprach in Genf von einem Zeitraum von etwa zehn Jahren. Im Südlibanon sei offenbar ein größeres Gebiet mit Streubomben durchsetzt als im Kosovo, Irak oder in Afghanistan. UN-Minenteams gehen anders als "LandMine Action" davon aus, dass die Entschärfung der Streubomben im Libanon nur zwölf bis 15 Monate dauern wird.

Der Gruppe zufolge waren Minen-Teams vor der jüngsten Offensive Israels im Süden des Nachbarlandes noch damit beschäftigt, Blindgänger von Streubomben zu entschärfen, die Israel bei seinen Angriffen auf den Libanon 1978 und 1982 eingesetzt hatte. "LandMine Action" setzt sich für eine internationale Ächtung dieser Bomben ein.


Von: 02.09.2006, http://www.tagesschau.de

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