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Bombardierung von Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen in Syrien

600 gezielte Angriffe auf medizinische Einrichtungen in Syrien seit 2011. Vermutlich noch mehr Tote durch Zusammenbruch des Gesundheitssystems als direkt durch den Krieg. Eine erschütternde Bilanz - und ein Bruch des humanitären Völkerrechts.

Ein rundes Haus, das übersät ist mit Einschusslöchern.

Ein durch Angriffe mit Explosviwaffen zerstörtes Krankenhaus in Syrien. © Bahia Zrikem / HI

Krankenhäuser, Krankentransporte und mobile Gesundheitszentren müssen Orte der Erholung und Genesung sein - auch im Krieg. Sie gehören zur überlebenswichtigen Infrastruktur, werden vom humanitären Völkerrecht geschützt und wenn Sie unter Beschuss geraten, leidet die Zivilbevölkerung ganz besonders.

Doch die traurige Bilanz seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 lautet anders: rund 600 gezielten Angriffe, meist unter Einsatz von Explosivwaffen mit verheerender Flächenwirkung, auf medizinische Einrichtungen. Mehr als 530 Angriffe wurden dabei vom syrischen Regime und seinen Unterstützern durchgeführt. Nach offiziellen Angaben wurden über 900 Mitglieder des medizinischen Personals getötet und knapp 1000 verletzt. Seit April 2019 wurden allein in der Provinz Idlib 50 Krankenhäuser angegriffen. Quelle: Bundestag

Das humanitäre Völkerrecht verlangt den Schutz von Gesundseinrichtungen

Obwohl das Humanitäre Völkerrecht und insbesondere das Genfer Abkommen über den Schutz der Opfer bewaffneter Konflikten ganz klar festlegt, dass Zivilkrankenhäuser und andere Sanitätsdienste zu jeder Zeit in einem Konflikt geschützt werden müssen, werden Gesundheitseinrichtungen immer wieder absichtlich angegriffen und teilweise oder sogar komplett zerstört. Diese systematischen Angriffe und damit der Bruch des humanitären Völkerrechts werden durchgeführt, um die Moral der Zivilbevölkerung zu brechen und sie zur Aufgabe zu zwingen.

Die Zerstörung von Gesundheitseinrichtungen hat schreckliche Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung in Syrien. Denn es muss davon ausgegangen werden, dass im Syrienkonflikt mehr Menschen durch den Zusammenbruch des Gesundheitssystems und der daraus folgenden ausbleibenden Gesundheitsversorgung gestorben sind als durch aktive Kampfhandlungen. Dieses schreckliche Leid für die Zivilbevölkerung wird nun angesichts der drohenden Covid19-Krise noch zusätzlich verstärkt.

Die Einhaltung des humanitären Völkerrechts sowie der Schutz von medizinischen Einrichtungen, der Zivilbevölkerung und humanitären Hilfskräfte muss an erster Stelle stehen.

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