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Historische UN-Konferenz zum Minenverbot in Mosambik

Heute beginnt in Maputo die dritte Revisionskonferenz über das Verbot von Anti-Personen-Minen. Die internationale Landminenkampagne fordert, sicherzustellen, dass in zehn Jahren keine Menschen mehr Opfer von Landminen werden.

Entminerinnenauf dem Weg zur Arbeit © J-J. Bernard / Handicap International

Vor 15 Jahren hatte die erste Vertragsstaatenkonferenz zum Minenverbot in Maputo stattgefunden – in einem Land, das damals noch als eines der am stärksten verminten Länder galt und dessen Regierung nun zur aktuellen Konferenz die baldige Minenfreiheit verkünden wird. Auch darüber hinaus wurden seither große Fortschritte erzielt: 27 einst verminte Länder haben bereits die Minenfreiheit erreicht, über 47 Millionen gelagerte Anti-Personen-Minen wurden von den Vertragsstaaten bisher vernichtet. 161 Länder haben bis heute Anti-Personen-Minen verboten und damit auch eine Tabuwirkung für Staaten wie die USA, Russland und China bewirkt, die dem Verbotsvertrag noch nicht beigetreten sind.

Die Flut auf dem Balkan, durch die bereits bekannte und markierte Minenfelder verschoben wurden, hat gezeigt, dass nur die konsequente Räumung die Bedrohung langfristig beseitigen kann. Gleichzeitig machen aktuelle Konflikte in Vertragsstaaten wie in der Ukraine deutlich, dass nur die Zerstörung aller Lagerbestände sicherstellen kann, dass Minen nicht mehr zum Einsatz kommen. Die Internationale Landminenkampagne hat deshalb zur aktuellen Revisionskonferenz eine „completion challenge“, also die Forderung nach Umsetzung der Vertragsziele innerhalb von 10 Jahren ausgerufen. Dann soll es endlich keine neuen Einsätze und Opfer dieser Waffen mehr geben.

Im Jahr 2012 wurden weltweit noch 4.000 Menschen durch Minen getötet oder schwer verletzt. „Vor 10 Jahren beklagten wir noch alle 20 Minuten ein Opfer, in 10 Jahren soll diese Bedrohung in den meisten betroffenen Ländern endlich Geschichte sein“, hofft Eva Maria Fischer, die als Kampagnensprecherin von Handicap International Deutschland bei der Revisionskonferenz in Maputo vor Ort ist. „Doch auch wenn es keine neuen Opfer mehr geben wird, werden die Menschen, die Minenunfälle schwer verletzt überlebt haben, weiterhin Unterstützung brauchen. Dafür muss auf der Konferenz ein verlässlicher Aktionsplan verabschiedet werden.“  

Eine digitale Pressemappe zur Konferenz finden Sie hier:
www.handicap-international.de/fileadmin/redaktion/pdf/Pressedossier_Mosambik.pdf
 
Für Interviews und Vermittlung von Gesprächspartnern in Maputo (ExpertInnen aus Entminung und Opferhilfe, Minenüberlebende) wenden Sie sich bitte an Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit: Mobiltel. Mosambik: 00258-82-7523902,
efischer@handicap-international.de
Ansprechpartner in Deutschland ist François De Keersmaeker, Geschäftsführer von Handicap International Deutschland und früherer Programmleiter in Mosambik: 089-54 76 06-0.
 
Mehr Information:
www.handicap-international.de, www.the-monitor.org

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