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Landmine Montitor 2012: Weltweit wird Unterstützung für Landminenopfer weniger

Im "Landmine Monitor 2012" stellt die internationale Kampagne für das Verbot von Landminen die aktuellen Fakten zur Umsetzung des Überineinkommens über das Verbot von Antipersonenminen vor.

(c) Landmine Monitor 2012

Im heute veröffentlichten Landminenbericht "Landmine Monitor 2012" stellt die internationale Kampagne für das Verbot von Landminen die aktuellen Fakten zur Umsetzung der Ottawa-Konvention vor. Die 1997 in Ottawa geschlossene Konvention verbietet Einsatz, Lagerung, Produktion und Weitergabe von Anti-Personen-Minen. Handicap International ist vor allem aufgrund der international 30-prozentigen Mittelkürzungen in der Opferhilfe besorgt; obwohl noch immer alle zwei Stunden ein Opfer von Landminen und explosiven Kampfmittelrückständen zu beklagen ist. Vom 3. bis 7. Dezember 2012 treffen sich die Vertragsstaaten der Ottawa-Konvention in Genf.

Im Jahr 2011 wurden 4.286 neue Opfer von Landminen und Blindgängern registriert, wobei die Dunkelziffer hier erfahrungsgemäß hoch ist. Über 40% der Opfer sind Kinder. Schätzungen zufolge gibt es insgesamt mehr als 500.000 Überlebende von Landminenunfällen, die auf lebenslange Hilfe angewiesen sind. Die von den Vertragsstaaten bereitgestellten finanziellen Mittel werden den schwerwiegenden Herausforderungen jedoch nicht gerecht: 2011 wurden die finanziellen Hilfsmittel für Opfer international um nahezu ein Drittel gekürzt und befinden sich nun auf ihrem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Landminen-Bericht 2007. Insgesamt gaben die Staaten nur 23 Mio. Euro aus, um die 500.000 Überlebenden sowie ihre Familien und ihr Umfeld zu unterstützen. Die deutsche Regierung gehörte jedoch auch dieses Jahr wieder zu den weltweit größten Förderern humanitärer Projekte für betroffene Länder einschließlich der Opferhilfe. Mit einer Ausstellung, die heute Abend in Berlin eröffnet werden wird, machen Handicap International, medico international und SODI gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt auf die Aktualität der Landminenproblematik, aber auch auf die großen Leistungen der vor 20 Jahre gegründeten Landminenkampagne aufmerksam, ohne die der Ottawa-Vertrag nicht zustande gekommen wäre.

Noch immer sind laut Landmine Monitor bis zu 78 Länder und Hoheitsgebiete von Landminen und Kampfmittelrückständen verseucht. Davon sind 59 Staaten sowie sechs Gebiete stärker betroffen und 13 weitere Staaten melden entweder eine vermutete oder restliche Kontamination. In einigen Ländern ist der Anteil der Kinder an den Minenopfern besorgniserregend hoch. Kenia, Uganda und der Jemen, wo der Anteil bei 90% liegt, sind die traurigen Spitzenreiter, dicht gefolgt von Libyen und Afghanistan (über 60%) sowie von Laos (58%). Seitdem die Ottawa-Konvention 1999 in Kraft getreten ist, sind jedes Jahr mehr als 1.000 Kinder diesen Waffen zum Opfer gefallen. "Ihre Bedürfnisse sind größer als die der Erwachsenen", mahnt der 22-jährige Afghane Rahmatullah Merzavee, der im Alter von neun Jahren bei der Explosion einer Landmine beide Beine verloren hat. "Wegen ihres Wachstums müssen ihre Prothesen regelmäßig angepasst werden, die Behandlung ist langwierig und kostspielig und es besteht in großem Maße die Gefahr, dass sie vom Bildungssystem ausgeschlossen werden." Rahmatullah gehört zu der von Handicap International geförderten Gruppe "Ban Advocates" - einem Zusammenschluss von Überlebenden aus Minen- und Blindgängerexplosionen, die sich für die weltweite Kampagne stark machen.

Die Vertragsstaaten der Ottawa-Konvention kommen vom 3. bis 7. Dezember in Genf zu ihrer 12. Konferenz zusammen. Dies ist der geeignete Anlass, um die anwesenden Regierungen an ihre Verantwortung zu erinnern und an sie zu appellieren, ihre Verpflichtungen in vollem Umfang zu erfüllen. Auch Handicap International wird auf der Konferenz vertreten sein. Die Organisation ist Gründungsmitglied der Internationalen Landminenkampagne und als Hilfsorganisation für Menschen mit Behinderung derzeit in 63 Ländern aktiv, von denen 40 mit Landminen und Kampfmittelrückständen verseucht sind. Handicap International führt u.a. Minenräumungen, Aufklärung über die Gefahr von Minen, orthopädische Versorgung und Opferhilfsprogramme durch.

Originaltext: Handicap International Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/16206
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Pressekontakt: Information: Dr. Eva Maria Fischer 089/54 76 06 13, 0176/99 28 41 35 www.handicap-international.de, www.streubomben.de

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