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Was sind Minen?

Antipersonenminen und Antifahrzeugminen

Landminen - Antipersonenminen und Antifahrzeugminen - sind geduldige und heimtückische Waffen: Sie sind oft mit dem bloßen Auge nicht sichtbar und lösen aus, wenn Erwachsene oder Kinder mit ihnen unabsichtlich in Kontakt kommen. Die geschieht häufig auch noch Jahrzehnte, nachdem sie verlegt worden sind. Betroffene werden getötet oder langfristig und schwer verletzt.

    Landminen lösen aus, wenn sie in Kontakt mit einem Menschen kommen. Dabei töten oder verletzten sie fast immer die Betroffenen. Da sie dabei nicht zwischen Kämpfenden und der Zivilbevölkerung unterscheiden und noch Jahre nach Konfliktende im Erdreich versteckt liegen bleiben, stammen fast Dreiviertel aller Minenopfer aus der Zivilbevölkerung. Kontaminierte Gebiete stellen somit eine große Gefahr für die Bevölkerung dar dar. Deswegen wurden sogenannte Antipersonenminen durch die Ottawa-Konvention, die 1999 in Kraft trat und bislang von 164 Staaten ratifiziert worden ist, verboten. Seitdem ist der geschätzte weltweite Bestand von 160 Mio. auf 50 Mio. Landminen zurückgegangen und 33 ehemals kontaminierte Länder/Gebiete sind als minenfrei erklärt worden. Allerdings sind wichtige Staaten, wie die USA, China oder Russland, dem Abkommen noch nicht beigetreten und es kommt immer wieder zu neuen Einsätzen. Die Betroffenen, die eine Minenexplosion überlebt haben, tragen oft lebenslange Verletzungen und Behinderungen mit sich. Sie sind somit noch lange nach dem Vorfall auf Hilfe angewiesen. Obwohl auch die Notwendigkeit der Opferhilfe in der Ottawa-Konvention festgehalten ist, geht diese oft nicht weit genug und wird zu früh eingestellt. Hier leistet die Hilfsorganisation Handicap International (HI) einen wichtigen Beitrag: Sie versorgt die Überlebenden und ihre Angehörigen – und setzt sich für eine Welt ohne Minen ein.
                   
    Das lesen Sie auf dieser Seite:

    Wenn Sie sich weiter informieren wollen:

    Was sind Landminen?

    Landminen sind sogenannte Opfer-aktivierte Waffen. Das heißt sie richten sich gegen die Person oder das Fahrzeug, die sie durch Berührung oder ein anderes Verhalten ausgelöst haben (Manchmal sind die Auslöser auch Tiere oder schlicht Umwelteinflüsse). Landminen werden direkt unter der Erdoberfläche verlegt oder in der Vegetation verborgen und werden meist unabsichtlich durch die Berührung eines Menschen ausgelöst. Sämtliche Minenarten unterscheiden nicht zwischen „Freund oder Feind“ und töten und verletzen somit willkürlich und im besonderen Maße die Zivilbevölkerung. Weltweit soll es ca. 600 verschiedene Arten geben, aber grob kann man sie in zwei Gruppen unterschieden:

    Antipersonenminen

    richten sich direkt gegen Menschen und werden meist durch Berührung oder einen anderen sensiblen Mechanismus, wie einen Stolperdraht und einen Bewegungsmelder ausgelöst. Sie sind durch die Ottawa-Konvention verboten.

    Frank Masche, ein ehemaliger Entminer, erklärt in diesem (qualitativ leider veraltetem) Video anschaulich die perfide Wirkungsweise diverser Antipersonenminen:

    Antifahrzeugminen

    richten sich vordergründig gegen Fahrzeuge aller Art und reagieren entweder auf das einfache Überfahren oder werden durch Sensoren, die auf Motorwärme, Motorgeräusche oder Bodenerschütterung reagieren, ausgelöst. Sie gefährden dadurch aber auch zivile Fahrzeuge, wie Motorräder, PKWs, Busse, LKWs oder landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge sowie deren Insassen. Anders als Antipersonenminen sind Antifahrzeugminen nicht durch das internationale Verbot geächtet.

    In diesem Video erklärt Frank Masche Antifahrzeugminen:

    Was sind die Wirkung und Folgen von Landminen?

    Landminen sind so designt, dass sie die Menschen, die sie auslösen, in den meisten Fällen schwer verletzten und manchmal auch töten. Hier hinter steckt das perfide militärische Kalkül, dass Schwerverletzte dem Feind und Gegner mehr Ressourcen kosten, als gefallene Soldat*innen.

    Zahlreiche Unfälle mit Landminen ereignen sich allerdings nicht im militärischen Kriegskontext, sondern im Rahmen des alltäglichen Lebens, insbesondere in ländlichen Gebieten. Deswegen ist durch Landminen vor allem die Zivilbevölkerung betroffen. In 2018 kamen 71% der Landminenopfer aus der Zivilbevölkerung, 54% davon waren Kinder. Selbst Jahrzehnte nach dem Ende eines Konflikts leidet die Bevölkerung noch unter den Auswirkungen von Landminen: Sie stellen eine permanente Gefahr dar und schädigen die Infrastruktur. Aufgrund der Verseuchung mit Landminen bleiben meist ganze Landstriche unbewohnbar und landwirtschaftliche Flächen können nicht bestellt werden.

    Menschen, die einen Minenunfall mit schweren Verletzungen überleben, sind meist ihr Leben lang auf Hilfe angewiesen. Zusätzlich werden Betroffene durch die körperlichen Einschränkungen oft aus der Gesellschaft ausgeschlossen und sind Opfer von Diskriminierung und Stigmatisierung.  Aber auch die Familien und Angehörigen der Überlebenden leiden psychisch und wirtschaftlich unter der Situation: Sie verlieren einen Menschen, der für ihren Unterhalt arbeitet, oder sie können selbst nicht mehr für ihren Lebensunterhalt sorgen, da die häusliche Pflege zu zeitintensiv ist. Viele Familien verschulden sich, um sich die teure medizinische Behandlung leisten zu können.

    Im Landminemonitor finden Sie noch mehr Fakten zur aktuellen, weltweiten Minensituation

    Daten/Fakten zu Landminen

    • Seit dem Anfang der Erfassung 1999 hat der Monitor (der zentrale Jahresbericht zu Minen) über 130.000 Opfer durch Minen und ERW gezählt, darunter 90.000 Überlebende (ERW= engl. explosive Überreste des Krieges). Hinzu kommt, dass von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgegangen wird. Deswegen wird die reale Zahl bis zu dreimal höher geschätzt.
    • Noch heute sind bis zu 59 Staaten und Gebiete von Landminen kontaminiert. Eine massive Kontamination (mehr als 100 m² im Land) vermutet man in Afghanistan, Angola, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, dem Jemen, Kambodscha, Kroatien, dem Irak, Syrien, Thailand, dem Tschad, der Türkei und der Westsahara.