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Landminen in der Ukraine

Die Ukraine ist immer noch stark mit Landminen verseucht. Diese stammen teils aus den beiden Weltkriegen und teils aus aktuellen bewaffneten Konflikten zwischen der Ukraine und pro-russischen Separatist*innen. Die anhaltenden Konflikte erschweren die Räumung der Minen vor Ort. Immer wieder kommt es zu Unfällen.

Die Ukraine ist seit dem 01. Juni 2006 Vertragsstaat der Ottawa-Konvention. Das Land war bereits vor dem Angriffs Russland auf die Ukraine mit Landminen und anderen ERW (engl. Explosive Remnants of War - Explosive Überreste des Kriegs) kontaminiert. Die Kontamination des Landes stammt zum Teil aus dem 1. und 2. Weltkrieg. Zudem wurden Landminen in dem seit 2014 anhaltenden bewaffneten Konflikt zwischen der Ukraine und pro-russischen Separatist*innen eingesetzt, zunächst auf der Krim, später auch in den Regionen Donetsk und Luhansk. Obwohl das genaue Ausmaß der Kontamination noch nicht beurteilt werden konnte, gehen Schätzung von etwa 7.000 km² kontaminierter Fläche auf von der Regierung kontrollierten Gebieten sowie 14.000 km² kontaminierter Fläche in den nicht von der Regierung kontrollierten Gebieten aus.

Landminen im aktuellen Ukraine-Krieg

Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat Human Rights Watch (HRW) zum ersten Mal den Einsatz von Landminen durch Russland in der Ukraine offiziell bestätigt. Eine ukrainische Einheit zur Kampfmittelbeseitigung hatte die Antipersonenminen vom Typ POM-3 am 28.03 in der östlichen Region Charkiw geortet. Bei dem eingesetzten Minentyp handelt es sich um eine neuentwickelte Sprengladung die mit einem seismischen Sensor versehen ist, um eine sich nähernde Person zu erkennen und somit eine Detonation auszulösen. Ausgestattet ist die Antipersonenmine zusätzlich mit einer Selbstzerstörungsvorrichtung, wodurch sich die Sprengladung nach Stunden oder wenigen Tagen angeblich selbst vernichtet. Nach bisher bekannten Informationen kann die Landmine über einen Radius von 16 Metern Tod und Verletzungen verursachen. Die Waffe macht dabei keinen Unterschied zwischen militärischem Personal oder zivilen Personen. Abgefeuert wurden die Waffen offensichtlich mit ISDM-Raketenwerfern, welche die Minen über eine Reichweite von 5-15 Kilometern befördern können und auch für den Abwurf von Antifahrzeugminen verwendet werden können. Ob und wie viele Personen seit Kriegsbeginn durch Antipersonenminen verletzt wurden, ist bisher noch nicht nachgewiesen. Russland ist nicht teil der Ottawa-Konvention.

Landminen im Konflikt im Donbass

Dem Landminen-Monitor liegen keine glaubhaften Informationen vor, dass die ukrainischen Regierung Antipersonenminen auf vertragswidrige Weise einsetzt. Berichten zufolge wurden in der Ostukraine improvisierte Minen durch pro-russische Separatist*innen in Wohngebieten und in der Nähe ziviler Infrastruktur verlegt. Dies beeinträchtigt das Leben von etwa 2 Mio. Menschen. Diese Landminenwurden in der Sowjetunion in den 1980er Jahren und in Russland in den 2000er Jahren produziert.

Zerstörung der gelagerten Minen

Die Frist zur Zerstörung gelagerter Minen, die auf den 01. Juni 2010 festgesetzt wurde, wurde von der Ukraine nicht eingehalten. Somit verstößt das Land seither gegen die Konvention. Auch die festgesetzten Fristen die Minenräumung betreffend wurden wiederholt nicht eingehalten – zunächst verfehlte die Ukraine die Frist bis 2016, zuletzt die am 01. Juni 2021 auslaufende Frist. Dies wurde durch den fehlenden Zugang zu verminten Gebieten auf der Krim sowie in den Regionen Donetsk und Luhansk begründet. Die nächste Frist wurde auf den 01. Dezember 2023 festgelegt. Aufgrund des anhaltenden Konflikts wird die Einhaltung dieser Frist jedoch als unwahrscheinlich angesehen.

Zwischen 2014 und 2019 dokumentierte der Landminen-Monitor 2.727 Opfer von Landminen, davon starben 941, 1.786 wurden verletzt. Allein im Jahr 2019 wurden 197 Opfer von Landminen dokumentiert.