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Kranzniederlegung Mahnmal in Berlin am 13.3.2020

Abgesagt - Leider musste die Kranzniederlegung am Mahnmal für die unbekannten Zivilistinnen und Zivilisten am 13.03.2020 um 12:30 Uhr vor dem Brandenburger Tor mit Berlins Senator Andreas Geisler und Bundestagsabgeordneten abgesagt werden.

Vorne liegt das Mahnmal mit einem Kranz. Dahinter stehen Menschen in einem Halbkreis und halten sehr große Portraits hoch. Im Hintergrund das Brandenburger Tor.

Das temporäre Mahnmal für die unbekannten Zivilistinnen und Zivilisten vor dem Brandenburger Tor. Gemeinsam mit Portraits von Überlebenden von Angriffen mit Explosivwaffen. © Marlene Gawrisch/HI

Meldung vom 13.3.2020

Verschiedene Umstände zwingen uns, die für heute geplante Einweihung des „Mahnmals für die unbekannten Zivilistinnen und Zivilisten“ abzusagen. Die beteiligten Mitglieder des Bundestages mussten aufgrund einer geplanten namentlichen Abstimmung kurzfristig absagen. Eine Verschiebung war leider nicht möglich, da Innensenator Andreas Geisel, der für die Stadt Berlin am Mahnmal einen Kranz niedergelegt hätte, aufgrund der Corona-Krise verständlicherweise terminlich nicht flexibel war. Wir haben das Mahnmal, das bereits am Platz war, dennoch aufgestellt und Fotos mit unserem Team von Handicap International machen können. Wenn die Situation es erlaubt, werden wir die geplante Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr wiederholen. Die dramatische Situation von Zivilistinnen und Zivilisten im Krieg, auf die wir mit dem Mahnmal aufmerksam machen, wird leider auch in den nächsten Monaten nicht an Aktualität verlieren.

Tagtäglich mehr als 50 zivile Opfer: Das ist die erschreckende Bilanz von Explosivwaffeneinsätzen in bewohnten Gebieten. Ob in Syrien, im Irak oder im Jemen – ganze Städte verwandeln sich durch den Einsatz von Explosivwaffen in Schlachtfelder. Insbesondere ungezielte Angriffe und der Abwurf schwerer Bomben auf Wohngebiete führen zu zahlreichen Opfern – 90 Prozent von ihnen stammen aus der Zivilbevölkerung. Die Angriffe töten oder hinterlassen schwere und zu Behinderung führende Verletzungen sowie starke psychologische Traumata bei den Betroffenen. Sie führen zur Vertreibung und Verarmung der Bevölkerung, zerstören Wohnhäuser sowie grundlegende Infrastrukturen wie Krankenhäuser, Schulen, Stromversorgung, Häfen, Brücken und zerrütten das soziale wie auch wirtschaftliche Gefüge.

HI erinnert an Leid der Zivilbevölkerung

Mit dem Aufbau des temporären „Mahnmals für die unbekannten Zivilistinnen und Zivilisten“ erinnert Handicap International (HI) nicht nur an die Opfer, sondern fordert wirkungsvolles politisches Handeln. Bei den Vereinten Nationen in Genf wird derzeit eine politische Erklärung zum Schutz der Zivilbevölkerung verhandelt. Die Hilfsorganisation HI, die sich in weltweiten Projekten für betroffene Menschen engagiert, erwartet von den Regierungen Regelungen, die dem Einsatz schwerer Explosivwaffen in bewohnten Gebieten ein Ende setzen.

HI fordert:

  • Die Verwendung von Explosivwaffen mit Flächenwirkung in bevölkerten Gebieten zu beenden, da diese Waffen bei solchen Einsätzen immer zivile Opfer fordern.
  • Den betroffenen Menschen zu helfen und die Räumung von Blindgängern in bombardierten Gebieten zu unterstützen.

Die Zivilgesellschaft hat momentan eine wichtige Chance, auf die Genfer Verhandlungen zum Schutz der Zivilbevölkerung bei Kriegshandlungen in Wohngebieten einzuwirken, an der auch die deutsche Regierung teilnimmt. Auf unserer Kampagnenseite können Bürger/-innen ihre Wahlkreisabgeordneten direkt anschreiben.

Wie auch im Jahr 1997 bei der Unterzeichnung des Verbots von Anti-Personen-Minen und im Jahr 2008 bei der Verabschiedung der Konvention über das Verbot von Streumunition zählt HI auch 2020 wieder auf bürgerschaftliches Engagement, um dem Einsatz von Explosivwaffen in bewohnten Gebieten ein Ende zu setzen.

Der Verhandlungsprozess über eine politische Erklärung zu Explosivwaffeneinsätzen in bevölkerten Gebieten ist aufgrund der Corona-Krise verschoben worden.

 

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