Drohnen aus Siegen suchen nach Landminen auf dem Balkan


In Serbien und Bosnien-Herzegowina spülten diesen Sommer schwere Unwetter gefährliche Sprengkörper aus dem Bürgerkrieg an die Oberfläche. Zur Ortung der Landminen setzten Rettungsteam in Siegen gebaute Drohnen ein.


(04.09.2014)

Das Unternehmen Microdrones beliefert auch die Vereinten Nationen und die EU mit dem Fluggerät.

Nach einer Unwetterkatastrophe in Serbien und Bosnien-Herzegowina setzen die Rettungsteams Drohnen ein, die in Siegen gebaut wurden. Hochwasser und Erdrutsche machten viele Menschen im Mai obdachlos, große Gebiete unzugänglich und spülten Minen aus Bürgerkriegszeiten an die Oberfläche.

Die Gefahr für das Leben der Bewohner bestand noch lange nach den Unwettern. Unter den Namen ICARUS und TIRAMISU unterstützt die Europäische Union zwei Entwicklungsprojekte bei der Suche nach Überlebenden und Minen. Nun setzen auch die Vereinten Nationen auf die Hilfe aus der Luft. Die Quadrocopter vom Typ md4-1000 wurden in Siegen von Microdrones entwickelt und von der Belgian Royal Military Academy (RMA) im Krisengebiet eingesetzt.

RMA koordiniert Flugeinsätze in Katastrophenregion
„Über zwei Wochen sind wir etwa 20 Einsätze geflogen, manuell oder mithilfe automatischer Wegpunkte“, erklärt Haris Balta. Der Forschungsingenieur der RMA führte die Mission vor Ort durch. „Wir haben den anderen Rettungsteams Schadensberichte, detaillierte Karten und Bilder der Katastrophenregionen geliefert. Dabei konnten wir auch zahlreiche Minen aus Kriegszeiten lokalisieren.“

Besonders die Stadt Orasje im Nord-Osten Bosniens war vom Hochwasser betroffen. Tausende Menschen verloren ihr Zuhause, viele waren von der Außenwelt abgeschnitten. Erste Versuche, das Wasser abzupumpen, blieben erfolglos. Die Situation vor Ort verbesserte sich kaum. Erst eine Drohne, eingesetzt vom sogenannten Belgian First Aid and Support Team (B-FAST) des Belgischen Militärs, fand einen Dammbruch, der das Abpumpen unmöglich machte.

Detaillierte 3D-Aufnahmen aus der Luft bei Minensuche
In der Stadt Maglaj und Umgebung hatten Erdrutsche ganze Minenfelder verschoben. Die Menschen konnten sich nicht mehr gefahrlos frei bewegen. Zudem war der Einsatz der Retter am Boden zu riskant. Es hätte Tage gedauert, bis die lebensnotwendige Hilfe bei den Menschen ankommt. Aus der Luft wurden daraufhin detaillierte 3DAufnahmen erstellt, die halfen, die Verschiebungen der Minenfelder zu berechnen. In bis zu 23 Kilometern Entfernung von ihrer ursprünglichen Position wurden Minen gefunden. Die Unterstützung aus der Luft war in diesem Fall eine erhebliche Hilfe für den Einsatz im Katastrophengebiet.

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