Schwerer Minenunfall in Afghanistan


Mindestens 19 Zivilisten starben, als eine am Straßenrand versteckte Mine in der südlichen Provinz Helmand explodierte während ein Kleinbus die Stelle passierte.


(07.12.2011)

Karsai: Pakistanische Gruppe steckt hinter Anschlägen

Kabul (Reuters) - Einen Tag nach den verheerenden Anschlägen auf Schiiten in Afghanistan hat Präsident Hamid Karsai eine pakistanische Islamisten-Gruppe beschuldigt, Drahtzieher der Attentate zu sein.

Lashkar-e-Jhangvi habe sich zu den Angriffen während des Aschura-Fests mit fast 60 Toten bekannt, sagte Karsai am Mittwoch in einem Kabuler Krankenhaus, in dem verletzte Überlebende versorgt wurden. Er werde den Vorgang sehr genau untersuchen lassen und ihn mit der pakistanischen Regierung besprechen. "Es ist das erste Mal, dass sie in Afghanistan agiert haben, und das an einem sehr wichtigen religiösen Tag." Ohne Zweifel sei dies ein feindlicher Akt gegen Afghanistan, das afghanische Volk und den Islam.

Sollte sich bestätigen, dass Lashkar-e-Jhangvi hinter den Anschlägen steckt, würde dies bedeuten, dass die Gewalt am Hindukusch eine neue Dimension erreicht hat. Lashkar-e-Jhangvi ist eine der aggressivsten Anti-Schiiten-Gruppierungen Pakistans, aber in Afghanistan ist sie bislang nicht aktiv in Erscheinung getreten. Afghanistan blieb im Gegensatz zum Irak oder zu Pakistan bisher von größeren religiös motivierten Anschlägen verschont.

Am Dienstag hatte sich wenige Stunden nach den Anschlägen ein Anrufer gemeldet, der sich als Sprecher von Lashkar-e-Jhangvi al-Alami ausgab. In einem Telefonat mit einem Reuters-Reporter sagte er, die Gruppe übernehme die Verantwortung für den Selbstmordanschlag auf einen Schrein in Kabul, Ziel sei die schiitische Gemeinde gewesen. Die Angaben ließen sich jedoch nicht unabhängig überprüfen.

Die Anschläge schürten Zweifel, ob Afghanistan in der Lage sein wird, nach dem Abzug der internationalen Kampftruppen Ende 2014 alleine für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen. Dazu trug auch ein neues Attentat am Mittwoch bei: Mindestens 19 Zivilisten starben, als eine am Straßenrand versteckte Mine in der südlichen Provinz Helmand explodierte als ein Kleinbus die Stelle passierte. Insgesamt wurden damit bei Anschlägen binnen zwei Tagen fast 80 Menschen am Hindukusch getötet.

Quelle: Reuters

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