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Haushohes Graffiti gegen Bomben auf Wohngebiete

Das Münchner Graffiti-Künstler-Kollektiv – LANDO (Melander Holzapfel), Lion Fleischmann und SCOUT (Werner Walossek) – hat eine großflächige Hauswand im Münchner Werksviertel gestaltet, um auf die schrecklichen Folgen von Bombenangriffen auf die Zivilbevölkerung aufmerksam zu machen. Mit der Aktion unterstützen die Künstler die Kampagne „Stop Bombing Civilians“ der gemeinnützigen Hilfsorganisation Handicap International. Eingeweiht wurde das eindrückliche Graffiti am Sonntag, den 3.10., am WERK9 vor begeisterten Besucher*innen mit Livemusik der Münchner Kultband JAMARAM. In einem Gästebuch hinterließen die Teilnehmer*innen persönliche Botschaften an politisch Verantwortliche, um dagegen zu protestieren, dass jährlich Zehntausende Zivilist*innen bei Bombardierungen getötet oder verletzt werden.

Auf dem Graffiti ist eine Familie zu sehen, die Angst vor Bomben hat. Im Himmel fliegt ein Bomber. Daneben steht der hashtag Stop Bombing Civilians.

Haushohes Graffiti gegen die Bombardierung der Zivilbevölkerung im Münchner Werksviertel. © Campos Viola

Handicap International e.V., der Verein für urbane Kunst e.V. und die Künstler wollen mit der Aktion ihren Beitrag zum Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegsgebieten leisten. Das Graffiti auf der Hauswand zeigt eine verängstigte Familie, die Schutz vor Bomben sucht. Bei der Einweihung im Werksviertel schilderte Dr. Eva Maria Fischer die verheerenden Auswirkungen von Explosivwaffen in Wohngebieten. „Es muss dringend etwas getan werden, um die Menschen zu schützen“, so die Leiterin der Politischen Abteilung von Handicap International. „Die internationale Staatengemeinschaft muss endlich eine konkrete und politisch wirksame Erklärung gegen Bomben auf Wohngebiete verabschieden“, so Fischer. Derzeit gehen die diplomatischen Verhandlungen über die finale Erklärung in die entscheidende Schlussrunde. Um den öffentlichen Druck zu verstärken, können interessierte Bürger*innen eine Petition unterschreiben.

Melander Holzapfel (LANDO) erklärte anlässlich der Einweihung:

„Mit der Farbe löse ich Emotionen aus. Ein gewaltiges Instrument in der heutigen schnelllebigen Zeit. Als etablierter Streetart-Künstler möchte ich mich aktiv gegen die Bombardierung der Zivilbevölkerung aussprechen.“

Der Bandleader Tom Lugo unterstrich:

„Wir von JAMARAM distanzieren uns explizit von jeglicher Art von Gewalt und stehen seit 20 Jahren für Weltoffenheit, Toleranz, Kommunikation, Vielfalt und vor allem für Frieden. Bomben auf Wohngebiete - das muss aufhören. Jetzt! Am schlimmsten trifft es nämlich die, die am wenigsten dafür können: Kinder und Zivilisten.“

Und Magdalena Waller vom Verein für urbane Kunst e.V. betonte:

"Mit der radikal freien und unmittelbaren Bildsprache von Graffiti setzen die Künstler ein STOP und erinnern daran, dass jeder einen Beitrag zum Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegsgebieten leisten kann und muss: Wir vom Verein urbane Kunst stehen für Solidarität!“

Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Katrin Habenschaden, die die Kampagne „Stop Bombing Civilians“ entschieden unterstützt.

„Bombenangriffe auf die unbeteiligte Zivilbevölkerung verursachen nach wie vor unermessliches menschliches Leid. Dagegen müssen wir uns weiterhin entschieden einsetzen. Ich unterstütze den Appell von Handicap International daher ausdrücklich. Darüber hinaus engagieren wir uns in München mit großer Offenheit dafür, Geflüchteten Schutz zu bieten vor Krieg und Zerstörung.“


Das haushohe Graffiti kann am WERK9 im Werksviertel an der Atelierstraße in München jederzeit besichtigt werden. 

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