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Neuer Bericht: Erfolge im Kampf gegen Investitionen in Streubomben

Syrien, Jemen, Ukraine - auch 10 Jahre nach Unterzeichnung der Oslo-Konvention leidet die Zivilbevölkerung vieler Länder nach wie vor unter den verheerenden Auswirkungen von Streumunition. Weltweit wird nach wie vor in Hersteller von Streumunition investiert. Doch im Vergleich zum Vorjahr sind die Investitionen drastisch gesunken, außerdem investieren deutsche Finanzinstitute nicht mehr im großen Maßstab.

Cover des Berichts

Der am 3. Dezember 2018 vorgestellte Bericht der Nichtregierungsorganisation PAX „Worldwide Investments in Cluster Munitions: a shared responsibility“ verurteilt Finanzinstitute, Banken und Rentenfonds, die immer noch in Hersteller der weltweit geächteten Streumunition investieren. 

 

Aktuell investiert laut PAX kein deutsches Finanzinstitut im großen Maßstab in die Hersteller von Streumunition. 

 

Im Vorjahres-Bericht befand sich noch der Allianz-Konzern in der „Hall of Shame“, da das deutsche, global operierende Unternehmen über seine Tochterfirmen NFJ Investment Group LLC und Allianz Global Investors U.S. LLC Streubombenherstellern seit Juni 2013 mindestens 72 Millionen US Dollar zur Verfügung gestellt hatte. 

Dass im aktuellen Bericht kein deutsches Finanzinstitut in der „Hall of Shame“ landet, heißt allerdings nicht, dass kein deutsches Geld in Herstellern von Streubomben investierst ist. Einige Investments haben es schlicht nicht "über die Hürde geschafft“ - eine Auflistung aller kleineren Investments würde den Rahmen des Berichts sprengen.

Weltweite Investitionen in Hersteller von Streumunition stark zurückgegangen

Weltweit erbrachten 88 Finanzinstitute (laut Vorjahresbericht 2017: 166) Kredite und Dienstleistungen für sieben Hersteller von Streumunition. Drei dieser Hersteller wurden neu in den Bericht aufgenommen. Die gesamten Investitionen wurden extrem reduziert: von 31 Milliarden US Dollar auf 9 Milliarden. Der Rückgang ist allerdings vor allem auf den Rückzug der ehemaligen Streubomben-Produzenten Textron und Orbital ATK (mittlerweile aufgekauft von Northrop Grumman) zurückzuführen.

 

Die Rendite bekommen die Konzerne, doch den Preis dafür bezahlen die zivilen Bevölkerungen in den Ländern, in denen Streubomben eingesetzt werden oder wurden.

 

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