Landminen im Irak

Der Irak ist das am stärksten mit Landminen verseuchte Land der Welt. Die Räumungsarbeiten werden noch Jahre dauern und so kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen mit Minen im Irak. Die Kontaminierung stammt aus dem Krieg mit dem Iran (1980-1988), dem zweiten Golfkrieg (1990/91), der US-geführten Invasion in 2003 sowie den aktuelleren Kämpfen gegen den Islamischen Staat (IS).

Irak wurde im Februar 2008 Vertragsstaat der Ottawa-Konvention. Mit mindestens 1.239,17km² kontaminierter Fläche ist der Irak das weltweit am stärksten von Landminen betroffene Land. Dabei sind sowohl Gebiete im Irak (1.025, 59km²) als auch in den kurdischen Gebieten (213.58km²) betroffen. Die Verminung stammt aus dem Krieg mit dem Iran (1980-1988), dem zweiten Golfkrieg (1990/91) und der US-geführten Invasion (2003). Zu den kontaminierten Gebieten gehören auch Minenfelder an den Grenzen zum Iran und zu Saudi-Arabien.

Die meisten der Landminen, die im Irak gelagert oder genutzt wurden, waren importiert, darunter Antipersonenminen aus Ägypten, Belgien, Chile, Frankreich, Italien, Kanada, Rumänien, Singapur, der ehemaligen Sowjetunion und den USA.

Seit nunmehr 9 Jahren in Folge wurden keine Einsätze von Antipersonenminen durch irakische Streitkräfte oder internationale Partner verzeichnet. Der sogenannte Islamische Staat (IS) nutzt jedoch nachweislich seit 2014 improvisierte Landminen im Kampf gegen die irakische Regierung.

Von 2015 bis 2019 wurden insgesamt 197,66km² Land geräumt und freigegeben. Verglichen mit den verbleibenden 1.239,17km² zeigt dies anschaulich, dass die Entminung trotz der Fortschritte noch lange andauern wird.

Demzufolge wird die Zahl der Opfer von Minen weiter ansteigen. Allein im Jahr 2019 starben mindestens 161 Personen durch Minen im Irak. Davon waren 129 Zivilist*innen, unter ihnen auch 6 Kinder. Viele Unglücke durch Landminen werden jedoch gar nicht erfasst und die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen.