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Landminen Kontamination weltweit

Weltweit sind noch in bis zu 60 Ländern und Gebieten Landminen vergraben. 1997, als der Minenverbotsvertrag verabschiedet wurde, gingen die Vereinten Nationen (UN) von 110 Mio. Landminen in über 70 Ländern aus.

Die astronomisch hohe Zahl von 110 Millionen Landminen weltweit hat die Welt 1997 erschüttert. Eine Vielzahl dieser Waffen bedrohen die Leben von Millionen Menschen noch heute. Und doch ist die Zahl nur bedingt relevant, soll die wahre Gefahr der Waffen verdeutlicht werden. Ein vermintes Reisfeld bleibt ungeachtet der Tatsache, ob darin eine einzige oder zehn Minen verlegt sind, gefährlich, ungenutzt und steht den Menschen zur Bewirtschaftung nicht zur Verfügung.

Statistiken über Landminen weltweit nur wenig aussagekräftig

Ein besserer Anhaltspunkt, um die Auswirkungen von Landminen einzuschätzen, ist daher die Größe der kontaminierten Fläche und die Art des verseuchten Gebietes. So beeinträchtigen und gefährden Minenfelder das Leben von Menschen beispielsweise besonders, wenn das verminte Land zur Bewirtschaftung benötigt wird oder einen Zugangsweg zu wichtigen Dienstleistungen darstellt.

Seit 1999 werden Statistiken über Minen weltweit von der Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen (International Campaign to Ban Landmines, ICBL) im Rahmen des Landminen Monitor erstellt. 1999 bezifferte dieser die Zahl, der mit Minen und Blindgängern belasteten Staaten auf 88. Für das Jahr 2021 wurden 60 Staaten und Gebiete als belastet identifiziert. Ein wichtiger Erfolg auf einem langen Weg. Trotzdem werden Minen in verschiedenen Krisenregionen noch immer in Kampfhandlungen eingesetzt (u.a. in Afghanistan, Irak, Jemen, Syrien, Myanmar, der Sahel-Region und in der Ukraine). Aufgrund der anhaltenden Gewalt ist die Minenräumung nicht oder nur stark eingeschränkt möglich. So gefährden Minen in diesen Ländern  weiterhin die Zivilbevölkerung.

Zu den am stärksten mit Minen verseuchten Gebieten weltweit (mehr als 100 km²) gehören die 9 Vertragsstaaten: Afghanistan, Äthiopien, Bosnien und Herzegowina, Irak, Jemen, Kambodscha, Kroatien, Türkei und Ukraine. Die Region Berg-Karabach, deren Gebiet von Aserbaidschan und Armenien beansprucht wird, ist ebenfalls stark betroffen.

Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Minenverbotsvertrags waren auch Gebiete in Albanien, Algerien, Bhutan, Bulgarien, Burundi, Costa Rica, Dänemark, Dschibuti, Eswatini, Gambia, Griechenland, Guatemala, Guinea-Bissau, Honduras, Malawi, Montenegro, Mosambik, Nicaragua, Nordmazedonien, Republik Kongo, Ruanda, Sambia, Suriname, Tunesien, Uganda, Ungarn und Venezuela mit Minen kontaminiert. Diese Staaten haben inzwischen aber alle betroffenen Flächen geräumt. El Salvador hatte bereits 1994 alle verlegten Minen auf seinem Territorium entfernt.

Auf den folgenden Seiten finden sie Informationen über die am meisten mit Landminen verseuchten Länder weltweit. Außerdem finden Sie Informationen über Deutschland und weitere Länder.