Was sind Landminen?

Landminen - Antipersonenminen und Antifahrzeugminen - sind geduldige und heimtückische Waffen: Sie sind oft mit dem bloßen Auge unsichtbar und lösen aus, wenn Menschen mit ihnen unabsichtlich in Kontakt kommen. Fast immer verletzen sie ihre Opfer schwer, manchmal töten sie sie auch. Dies geschieht häufig auch noch Jahrzehnte, nachdem sie verlegt worden sind.

    Landminen können nicht zwischen Militär, Kämpfenden und Zivilbevölkerung unterscheiden und bleiben oft noch Jahre nach Konfliktende im Erdreich versteckt (sie gehören dann zur größeren Gruppe der nicht explodierten Kampfmittel - unexploded ordnance, kurz UXO). Daher stammen mehr als Dreiviertel aller Minenopfer aus der Zivilbevölkerung. Minenfelder stellen eine große Gefahr für die Bevölkerung dar.

    Deswegen wurden Antipersonenminen durch die Ottawa-Konvention, die 1999 in Kraft trat und von über 160 Staaten ratifiziert worden ist, verboten. 1999 wurde der weltweite Bestand von Landminen von den Vereinten Nationen auf etwa 160 Mio. geschätzt. 31 ehemals kontaminierte Länder/Gebiete sind dank erfolgreicher Minenräumung seither als minenfrei erklärt worden. Wichtige Staaten, wie die USA, China oder Russland sind dem Abkommen nicht beigetreten. Betroffene, die eine Minenexplosion überlebt haben, tragen oft lebenslange Verletzungen und Behinderungen mit sich. Sie sind somit noch lange nach dem Vorfall auf Hilfe angewiesen. Obwohl auch die Notwendigkeit der Opferhilfe in der Ottawa-Konvention festgehalten ist, geht diese oft nicht weit genug und wird zu früh eingestellt. Hier leistet die Hilfsorganisation Handicap International (HI) einen wichtigen Beitrag: Sie versorgt die Überlebenden und ihre Angehörigen und setzt sich für eine Welt ohne Minen ein.

      Was sind die Wirkung und Folgen von Landminen?

      Landminen sind so gebaut, dass sie die Menschen, die sie auslösen, in den meisten Fällen schwer verletzen und manchmal auch töten. Dahinter steckt das perfide militärische Kalkül, dass Schwerverletzte den gegnerischen Staat mehr Ressourcen kosten, als gefallene Soldat*innen.

      Zahlreiche Unfälle mit Minen ereignen sich allerdings nicht im militärischen Kontext, sondern im Alltag, insbesondere in ländlichen Gebieten. Deswegen ist durch Landminen vor allem die Zivilbevölkerung betroffen. 2019 kamen 80% der Opfer aus der Zivilbevölkerung, 40% davon waren Kinder. Selbst Jahrzehnte nach dem Ende eines Konflikts leidet die Bevölkerung noch unter den Auswirkungen von Landminen: Sie stellen eine permanente Gefahr dar und schädigen die Infrastruktur. Aufgrund der Verseuchung mit Landminen bleiben meist ganze Landstriche unbewohnbar und landwirtschaftliche Flächen können nicht bestellt werden.

      Menschen, die einen Minenunfall mit schweren Verletzungen überleben, sind meist ihr Leben lang auf Hilfe angewiesen. Zusätzlich werden Betroffene durch die körperlichen Einschränkungen oft aus der Gesellschaft ausgeschlossen und sind Opfer von Diskriminierung und Stigmatisierung. Auch Familien und Angehörigen der Überlebenden leiden psychisch und wirtschaftlich unter der Situation. Sie verlieren einen Menschen, der für ihren Unterhalt arbeitet, oder sie können selbst nicht mehr für ihren Lebensunterhalt sorgen, da die häusliche Pflege zu zeitintensiv ist. Viele Familien verschulden sich daher, um sich die teure medizinische Behandlung leisten zu können.

      Minen-Glossar

      Dieses Glossar enthält veraltete Informationen. Es dient deshalb vor allem der Orientierung und zu Recherchezwecken!

      Daten/Fakten zu Landminen

      • Seit dem Anfang der Erfassung 1999 hat der Monitor (der zentrale Jahresbericht zu Minen) über 130.000 Opfer durch Minen und UXO gezählt, darunter 90.000 Überlebende. Hinzu kommt, dass von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgegangen wird. Deswegen wird die reale Zahl bis zu dreimal höher geschätzt.
      • Noch heute sind bis zu 60 Staaten und Gebiete von Landminen kontaminiert. Eine massive Kontamination (mehr als 100 m² im Land) vermutet man in Afghanistan, Äthiopien, Bosnien und Herzegowina, Irak, Jemen, Kambodscha, Kroatien, Türkei und Ukraine.

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