Landminen in der Sahel-Region |  Landmine.de
Entminerin Elisabeth Sambou aus dem Senegal demonstriert ihre gefährliche Arbeit im Auswärtigen Amt in Berlin.

Landminen in der Sahel-Region

Die verschiedenen Länder in der Region sind unterschiedlich stark von der Kontamination mit Landminen betroffen. Besonders im Tschad, im Sudan und in Mali sind weite Flächen kontaminiert, häufig durch improvisierte Minen. Die Sahel-Zone ist durch viele Konflikte und eine hohe Präsenz an unterschiedlichen nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen geprägt. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen.

Letztes Update: 21.12.2023

Die Sahel-Zone ist von Instabilität durch viele Konflikte und die hohe Präsenz an unterschiedlichen nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen geprägt. Dies spiegelt sich auch im Einsatz von improvisierten Minen wider. Da diese meist durch die Opfer selbst ausgelöst werden, fallen sie grundsätzlich unter den Begriff Antipersonenminen und sind laut Antiminenvertrag, dem alle der Sahel-Länder angehören, verboten.

Senegal (0,49km² kontaminierte Fläche), Burkina Faso (genaues Ausmaß der kontaminierten Fläche unbekannt), Niger (ca. 0,18 km2) und Mauretanien (16km²) sind kaum von klassischen Minenfeldern betroffen. Mauretanien galt zwischenzeitlich schon als landminenfrei, entdeckte aber weitere Minen, die aus dem Konflikt um West-Sahara stammen. In Burkina Faso werden ausschließlich improvisierte Minen und Antifahrzeugminen eingesetzt. Genaue Daten über die kontaminierte Fläche liegen jedoch nicht vor. Im Niger sind ebenfalls kaum klassische Minenfelder aufzufinden. Die übrigen Antipersonenminen sind auf die Zeit während der kolonialen Besatzung zurückzuführen. Derzeit ist der Niger ebenfalls vom Einsatz von improvisierten Minen durch nichtstaatliche bewaffnete Gruppen betroffen. Das betrifft vor allem die Grenzregionen zu Burkina Faso, Nigeria und Mali. Besonders stark stiegen die Opferzahlen 2019 in den Regionen Diffa und Tillabéry, als die Konflikte sich verschärften. 2022 lag die Zahl der Opfer bei 431. 

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Der Tschad hingegen weist noch immer eine hohe Anzahl an mit Antipersonen-Minen kontaminierten Flächen auf, welche aus der Zeit der lybischen Invasion (1973) und 30 Jahren interner Konflikte stammen. Insgesamt sind im Tschad noch 77.69km² vermint.

Auch der Sudan war mit über 100km² stark vermint. Dies ist auf 20 Jahre Bürgerkrieg zwischen Regierungstruppen und der Sudanesischen Befreiungsarmee zurückzuführen, welcher zur Unabhängigkeit des Südsudans im Jahr 2011 führte. Der Monitor gibt inzwischen an, dass der Sudan für Ende 2021 13,28km² verminte Fläche meldete. Der Südsudan ist nach gemeldeten Berichten im Mai 2023 mit knapp 5.41km² etwas weniger betroffen.

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In der Konfliktregion Mali werden seit Beginn der Auseinandersetzungen zwischen den Anhängergruppen der al-Qaida und der Regierung im Jahr 2012 improvisierte Minen und Antifahrzeug-Minen verwendet. Durch den Konflikt sind vor allem Gebiete im Norden u.a. um die Stadt Gao, aber auch teils zentral gelegene Regionen, betroffen. Das Ausmaß der Kontaminierung ist nicht exakt bekannt. Derzeit können aufgrund des Konflikts auch keine Minenräumaktionen stattfinden.

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Headerbild: Entminerin Elisabeth Sambou aus dem Senegal demonstriert ihre gefährliche Arbeit im Auswärtigen Amt in Berlin. - © Markus Ernst/ HI