Reste der ehemaligen deutsch-deutschen Mauer. Ehemalige_innerdeutsche_Grenze.jpg

Landminen in Deutschland

Landminen sind heimtückische Waffen: Sie können jahrzehntelang im Boden schlummern und bei der kleinsten Bewegung ausgelöst werden. Auch Deutschland ist nicht frei von dieser Gefahr: Neben der Bedrohung durch die vielen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg, gibt es auch ein Restrisiko durch tiefliegende Minen aus dem früheren Todesstreifen an der deutsch-deutschen Grenze.

Restrisiko in deutschem Boden

Auch wenn ein Land – so wie Deutschland heute – als minenfrei gilt, besteht bei ehemals verminten Ländern immer ein Restrisiko durch Minen, die bei der Räumung nicht gefunden wurden, weil sie z.B. zu tief im Boden vergraben sind. Die Landminen in Deutschland restlos zu räumen, ist fast unmöglich. Das Umweltministerium Thüringen berichtet auf seiner Webseite von 42 Flächen mit Restrisiko. Bislang ist dadurch seit Abschluss der Räumungsarbeiten aber niemand verletzt oder getötet worden. Die betroffenen Bundesländer sehen keine akute Gefahr: Brandenburg hält den ehemaligen Grenzstreifen für praktisch minenfrei. Mecklenburg-Vorpommern weist darauf hin, dass in den vergangenen 24 Jahren keine einzige Landmine nach der Räumung entlang der Grenze aufgetaucht sei.

Deutschland und das Ottawa-Abkommen

Deutschland hat das Ottawa-Abkommen ratifiziert, Antipersonenminen sind verboten und wurden bereits in den 90er-Jahren vernichtet. Antifahrzeugminen hingegen werden durch die Ottawa-Konvention nicht erfasst und dürfen weiterhin produziert werden. Kein Unternehmen in Deutschland hat dies aber seit 2013 getan. Im Bestand der Bundeswehr befinden sich derzeit drei Sorten Antifahrzeugminen, sogenannte Panzerabwehrminen mit Verlegesystem sowie Sonder- und Spezialminen. Die Bundeswehr ist, in Übereinstimmung mit der Ottawa-Konvention, auch im Besitz einiger Antipersonenminen für Trainingszwecke. Die Notwendigkeit und die Zahl dieser wird regelmäßig hinterfragt.

Deutschland: Große Unterstützung der „Minenaktion“

Deutschland unterstützte in den letzten Jahren Projekte zur sogenannten „Minenaktion“, das bedeutet Aktivitäten, um Folgen von Minen zu reduzieren, also beispielsweise Räumung von Minen und Blindgängern, Risikoaufklärung und Opferhilfe mit jeweils über 30 Mio. Euro. Damit gehört Deutschland zu den größten Unterstützern von Minenaktionsprogrammen weltweit.

Headerbild: Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze gibt es noch in einigen Gebieten ein Restrisiko durch Minen - Bild von Nemracc, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons